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sdWerte – Die Geschichten unserer Geförderten, Alumnae, Alumni, Mentorinnen und Mentoren

Studium, Kind und Promotion – wie unsere Stipendiatin Kati ihren Weg meistert

Unsere Studienförderwerks-Stipendiatin Kati Unger hat von 2018 bis 2024 Primare und elementare Bildung mit Nebenfach Anglistik für das Schulfach Englisch an der Universität Erfurt studiert. Zwischen Bachelor und Master hat sie 2021 ihre Tochter bekommen – ein bewusster Schritt, der ihr Leben veränderte. Ein Jahr Elternzeit folgte, danach stieg sie wieder schrittweise ins Studium ein. Heute arbeitet sie an ihrer Promotion zum Thema Kinderschutz als Anforderung und Ressource von Lehrkräften. Im Interview erzählt Kati, wie sie Prüfungsstress, Promotionsprojekt und Familienalltag unter einen Hut bringt.

Zwischen Kita-Schließzeit und Promotionskapitel

Die größte Herausforderung sei die Alltagsorganisation, erzählt sie: „Nicht nur organisatorisch, sondern auch mental.“ Ohne familiäres Netzwerk vor Ort müssen sie und ihr Partner alle Verpflichtungen präzise abstimmen. Krankheiten, spontane Schließzeiten oder einfach die Doppelbelastung von Studium und Muttersein erfordern Flexibilität – und mentale Stärke. Sie habe gelernt, in den kurzen, konzentrierten Arbeitsphasen sehr effizient zu sein und auch Perfektionismus loszulassen.

Familiengründung mitten im Studium

Die Entscheidung für ein Kind fiel bewusst zwischen Bachelor und Master. „Für mich war es der richtige Zeitpunkt“, sagt Kati. „Ich konnte den Master ein Semester später und Schritt für Schritt beginnen und nach einem Jahr Elternzeit wieder voll einsteigen.“ Auch für ihre berufliche Zukunft erscheint ihr dieser Weg vorteilhaft: Wenn sie nach der Promotion in den Beruf einsteigt, ist ihre Tochter bereits in einem Alter, in dem sich Abläufe leichter gestalten lassen.

Sorgenfreiheit durch das sdw-Stipendium

Das Stipendium im Studienförderwerk beschreibt Kati als „Sicherheitsnetz“. Es nimmt finanziellen Druck, da sie keinen Nebenjob braucht und die Kindergartenzeit ihrer Tochter komplett für ihre Promotion nutzen kann. Dazu kommt das starke Netzwerk der sdw – fachlich wie persönlich. Besonders wertvoll für ihr Forschungsprojekt seien die Kontakte aus den unterschiedlichen Bereichen, da Kinderschutz interdisziplinär gedacht werden muss.

Dank des Stipendiums blickt Kati entspannt und hoffnungsvoll auf ihre Zukunft, auch weil sie durch die Förderung Zugang zu Kontakten und Möglichkeiten bekommen hat, die sie ohne die sdw sicherlich nicht gehabt hätte: „Das gibt mir nicht nur Rückenwind für meine Promotion, sondern auch das Gefühl, dass sich für meine berufliche und persönliche Entwicklung Türen öffnen können, an die ich so vielleicht gar nicht denke.“

Lernen fürs Leben

Aus der Kombination von Studium und Muttersein habe sie vor allem eines gelernt: Prioritäten zu setzen und sich selbst dabei nicht zu vergessen. Kommunikation sei dabei der Schlüssel – insbesondere im Austausch mit ihrem Mann. Ein großes Vorbild war ihre Masterarbeitsbetreuerin, die mit Kindern promoviert hat. Das hat ihr Mut gemacht, diesen Weg zu gehen. Auch ihr Promotionsbetreuer habe von Beginn an Vertrauen in ihre Forschungsidee gesetzt und ihr den Weg erleichtert.

Was Hochschulen ändern sollten

Damit Eltern besser studieren können, wünscht Kati sich mehr Flexibilität: priorisierte Seminarplatzvergabe, familienfreundliche Abläufe und Verständnis bei Terminverschiebungen. Ihr Studium fiel in die Pandemiezeit. Positiv für sie als Jongleurin von Studium/Promotion und Familienmanagement war, dass hier viele digitale Angebote entstanden sind: „Präsenzseminare sind wertvoll, aber die Online-Lehre hat meinen Studienalltag als Mutter auf jeden Fall erleichtert.“

Katis Erfahrungen zeigen eindrücklich, dass Studium, Kind und Promotion kein Widerspruch sein müssen – sondern mit guter Organisation, starker Kommunikation, einem gesunden Mindset und der Unterstützung durch ein Stipendium zu einem Weg voller Chancen werden.

 

Bis zum 7. Januar 2026 läuft die aktuelle Bewerbungsphase für ein Promotionsstipendium. Alle Infos gibt es hier.

Fotos: privat