Johannes Zloch ist Stipendiat im Studienförderwerk Klaus Murmann und studiert im Master Innovationsmanagement an der Hochschule Esslingen. Bereits während seines Bachelorstudiums entschied er sich, das Start-up upcycle bags zu gründen. Johannes ist es wichtig, ein Geschäftsmodell zu leben, hinter dem er zu 100 % steht und das er mit Stolz präsentieren kann. Ob Werbebanner, Markisenstoffe, Planen oder Fahrradschläuche – sein Unternehmen verwendet ausgediente Materialien und erschafft daraus modische Taschen für den täglichen Gerbrauch, kurz Upcycling. Die Taschen sind handgefertigte Unikate und Teil der Kreislaufwirtschaft. „Mit upcycle bags möchte ich Konsumentinnen und Konsumenten eine Alternative in einer sehr umweltschädlichen Branche wie der Modeindustrie bieten. Gleichzeitig will ich zeigen, dass Müll nicht gleich Müll ist – sondern eine Chance, etwas Neues, Sinnvolles und Besseres zu erschaffen.“
Johannes beweist außerdem, dass sich Gründung und Studium nicht gegenseitig hemmen. Sein Studium liefert ihm theoretische Grundlagen, die er direkt in der Praxis anwenden kann. „Es ist eine ideale Kombination aus Lernen und Ausprobieren“, betont der junge Gründer, „meine Motivation dranzubleiben und weiterzumachen – trotz Doppelbelastung – schöpfe ich aus meinen Zielen: Ich möchte eine ethisch vertretbare Alternative bieten und gleichzeitig ein Umdenken fördern, wie wir mit Ressourcen umgehen.“ Hilfreich ist für ihn auch sein Stipendium im Studienförderwerk, durch welches er Zugang zu Wissen durch verschiedene Veranstaltungsformate erlangt hat, in denen er sein Business hinterfragen, verbessern und weiterentwickeln konnte. „Das größte an der sdw ist jedoch das Netzwerk. Ich konnte selbst Talks halten, an spannenden Diskussionen teilnehmen und mit anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten an Herausforderungen arbeiten. Dabei habe ich nicht nur neue Impulse für mein Business bekommen, sondern auch Freundschaften geschlossen.“ Auch persönlich hat Johannes viel aus dem Stipendium mitgenommen: „Ich habe gelernt, meine Zeit besser zu strukturieren, Verantwortung zu übernehmen und über mich hinauszuwachsen.“ Sein momentanes Ziel für upcycle bags ist es, Unternehmen für sein Unterfangen zu begeistern, damit sie ihm alte Materialien zur Verfügung zu stellen, um daraus Taschen für Mitarbeitende herzustellen.
Seit Mai ist Johannes Teil des neuen Jahrgangs der Start-up-Werkstatt des Studienförderwerks. „Ich habe mich beworben, um mein Wissen, meine Motivation und meine Erfahrungen zu teilen – aber auch, um neue Perspektiven zu gewinnen und mein Geschäftsmodell weiterzuentwickeln.“ Bei der ersten Veranstaltung – dem fünftägigen Bootcamp in einem Workation Retreat – traf er auf seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter und war begeistert von der Energie und Atmosphäre. „Es war unglaublich inspirierend, gemeinsam mit anderen motivierten Stipendiatinnen und Stipendiaten abseits des Alltags an unseren Ideen zu arbeiten. Es entstand eine echte Gemeinschaft, in der wir uns gegenseitig unterstützt, unsere Gedanken geteilt und gemeinsam an Lösungen gefeilt haben. Ergänzt wurde das Ganze durch spannende Talks, praktische Übungen und eine positive, unterstützende Atmosphäre.“ Auch wenn er im Gegensatz zu den Meisten in seiner Gruppe bereits mitten im Unternehmertum steckt, ist für ihn das Format eine Bereicherung: „Die Start-up-Werkstatt bietet den perfekten Rahmen, um Altes zu hinterfragen und neue Ideen zu schärfen.“ Denn im Bootcamp hat er eine neue Idee mit seinem nächsten Projekt Lomega verfolgt: Die Entwicklung eins Bestecks mit einfacher Handhabung für ältere Menschen und Parkinsonerkrankte, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.



