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sdWerte – Geförderte, Alumni, Mentorinnen & Mentoren zeigen Flagge

„Nun haben wir die Möglichkeit, durchzustarten!“

Marvin war von 2013 bis 2015 Teilnehmer von Zeig, was du kannst! am Standort Düsseldorf. Das Programm unterstützt Schülerinnen und Schüler des Hauptschulzweigs, die etwas er-reichen wollen, herkunftsbedingt aber auf ihrem Weg ins Berufsleben Hilfe benötigen. Im Interview erinnert sich Marvin an seine Zeit bei Zeig, was du kannst! und wie die Förderung seinen Werdegang beeinflusst hat.

Hallo Marvin! Erzähl doch mal: Wie bist du auf Zeig, was du kannst! aufmerksam geworden?

Durch meine ehemalige Klassenlehrerin. Sie hatte damals das versteckte Potenzial in mir erkannt und meinte, ich wäre der richtige Kandidat für das Programm, um mehr aus mir herauszuholen, meine verborgenen Fähigkeiten zu entdecken und Schwächen in Stärken umzuwandeln. Daraufhin habe ich mich beworben – und wurde für die Teilnahme ausgewählt.

Über diese Nachricht habe ich mich sehr gefreut und bin heute immer noch sehr dankbar für diese Möglichkeit! Es war ein Wendepunkt in meinem Leben, der nicht nur mein Selbstvertrauen gestärkt, sondern auch den Grundstein für meinen weiteren beruflichen und persönlichen Werdegang gelegt hat.

Wie lief die Förderung ab?

Durch Zeig, was du kannst! hatten wir die Gelegenheit, an einer Vielzahl von Schulungen, Besichtigungen, Vorträgen, Einzelcoaching-Sitzungen und Workshops teilzunehmen. Diese waren darauf ausgerichtet, uns dabei zu unterstützen, unsere Fähigkeiten für den weiteren Werdegang nach der Schule zu entdecken und weiterzuentwickeln. Ziel war es, unsere Motivation für den beruflichen und persönlichen Fortschritt zu steigern und uns auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten.

Ein wesentlicher Bestandteil des Programms waren die zahlreichen Schulungen, die speziell darauf abzielten, unsere Eigenmotivation zu fördern. Besonders wertvoll waren für mich die Coachings, in denen uns Techniken und Tricks vermittelt wurden, um effektiv vor größeren Gruppen zu sprechen. Am Anfang der Förderung im Jahr 2013 fiel es mir schwer, mich in solchen Situationen zu behaupten. Die Angst, mich vor der Klasse oder anderen Gruppen zu äußern, war ein großes Hindernis für mich.

Durch die intensiven und einfühlsamen Workshops gelang es mir jedoch, diese Hürde zu überwinden. Die Coaches und Trainer zeigten mir, wie ich meine Nervosität in den Griff bekommen und meine Botschaften klar und überzeugend übermitteln konnte. Ihre Unterstützung und das praktische Üben in einer wohlwollenden Umgebung, in der man auch Fehler machen durfte, halfen mir, mein Selbstvertrauen zu stärken und meine Redeängste zu überwinden.

Der Höhepunkt meiner Entwicklung war, als ich die Ehre hatte, zum Abschluss des Programms eine Rede vor einem großen Publikum zu halten. Diese Erfahrung war der Beweis dafür, dass aus meiner ehemaligen Schwäche eine meiner größten Stärken geworden war. Die Techniken und das Selbstvertrauen, die ich durch Zeig, was du kannst! erlangt habe, sind für mich bis heute von unschätzbarem Wert. Sie ermöglichen es mir, in beruflichen wie privaten Situationen souverän aufzutreten und meine Ideen und Meinungen überzeugend zu präsentieren.

Wie konnte dich Zeig, was Du kannst! bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen? 

Durch Bewerbungstrainings, in denen Bewerbungsgespräche, einschließlich der zuvor komplett erstellten Bewerbungsunterlagen, mit Personalverantwortlichen aus lokalen Firmen simuliert wurden, konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln. Diese Gespräche wurden auch aufgezeichnet und anschließend genau analysiert. Dabei wurde deutlich, welche unbewussten Fehler wir während dieser Gespräche machten, zum Beispiel nervöses Klicken mit dem Kugelschreiber oder eine ungeeignete Körperhaltung. Aber es bot auch die Gelegenheit, die positiven Aspekte unserer Gespräche hervorzuheben. Ich bin überzeugt, dass dieses intensive Bewerbungstraining vielen von uns geholfen hat, später einen Ausbildungsplatz oder ein Praktikum zu erhalten.

Wie ging es nach Zeig, was du kannst! für dich weiter? 

Meine letzten Worte bei der Abschlussrede waren: „Nun haben wir die Möglichkeit, durchzustarten!“ Dieser Satz diente mir in den folgenden Jahren als Leitmotiv. Während meiner Teilnahme bei Zeig, was du kannst! schloss ich meine Mittlere Reife inklusive Qualifikation im 1er-Bereich ab. Später erlange ich erfolgreich die allgemeine Hochschulreife. Ein kurzer Abstecher führte mich zu einem Studium beim Land NRW, doch schon bald erkannte ich, dass mein wahrer Berufswunsch in eine andere Richtung ging.

Im Jahr 2019 fasste ich den Entschluss, mich beruflich neu zu orientieren und begann eine kaufmännische Ausbildung im Bereich der Logistik. Diese Entscheidung erwies sich als genau richtig für mich, denn ich konnte die Ausbildung nach nur 2,5 Jahren mit einem Abschluss im 1er-Bereich beenden.

Ende 2022 wechselte ich den Arbeitgeber und trat eine Stelle bei der größten Reederei der Welt, der MSC, im Bereich Global Accounts an. Diese Position eröffnet mir täglich neue Perspektiven und Herausforderungen in einem global vernetzten Arbeitsumfeld. Die Erfahrungen und Kenntnisse, die ich auf meinem Weg gesammelt habe, insbesondere die Fähigkeit, Chancen zu ergreifen und Neues zu wagen, haben mich dorthin gebracht, wo ich heute stehe.

Die Worte meiner Abschlussrede haben sich bewahrheitet: Ich habe die Möglichkeit genutzt, durchzustarten und freue mich darauf, weiterhin neue Ziele zu erreichen und meine berufliche Laufbahn erfolgreich zu gestalten!

Das klingt großartig! Mittlerweile hast du ein Studium im Bereich Business Administration begonnen.

Ja, die stetige Weiterentwicklung und der Ausbau eigener Stärken und Fähigkeiten sind für mich von zentraler Bedeutung. Diese Einstellung, stets am eigenen Wachstum zu arbeiten, habe ich während meiner Zeit bei Zeig, was du kannst! verinnerlicht und lebe sie bis heute.

Angetrieben von dem Wunsch, mein Potenzial voll auszuschöpfen, habe ich mich entschlossen, einen weiteren bedeutenden Schritt auf meinem Bildungsweg zu gehen: Ich habe ein privat organisiertes und finanziertes Studium im Studiengang Business Administration an der FOM Hochschule in Düsseldorf aufgenommen, in dem ich mich aktuell im 3. Semester befinde.

Wie würdest du abschließend den Einfluss von Zeig, was du kannst! auf deinen Werdegang einschätzen?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass meine Teilnahme an diesem Programm eine sehr gute Entscheidung gewesen ist. Es hat mir nicht nur für meinen beruflichen Weg, sondern auch für meine persönliche Entwicklung entscheidende Impulse gegeben. Ich bin dankbar für jede Erfahrung, jedes gelernte Werkzeug und jede Begegnung, die ich durch Zeig, was du kannst! erleben durfte.

Warum sollten Jugendliche deiner Meinung nach bei Zeig, was du kannst! mitmachen? 

Jugendliche sollten unbedingt die Chance ergreifen und am Programm teilnehmen. Es bietet eine einzigartige Gelegenheit, sich bereits in jungen Jahren besser kennenzulernen und sowohl Stärken als auch Schwächen zu entdecken. Das Programm ermöglicht es, in einer geschützten Umgebung Neues auszuprobieren und dabei auch Fehler zu machen – was nicht nur erlaubt, sondern sogar ausdrücklich erwünscht ist! Diese Fehler werden als wertvolle Lernchancen gesehen, um sie für die persönliche Entwicklung positiv zu nutzen.

Zeig, was du kannst! ist nicht nur motivierend und unterhaltsam, sondern fördert auch das Knüpfen neuer Kontakte und hat eine nachhaltige Wirkung auf das weitere Leben, sowohl privat als auch beruflich. Durch die Teilnahme am Programm bekommen junge Menschen Werkzeuge an die Hand, mit denen sie ihre Schullaufbahn und ihre Berufsausbildung erfolgreich gestalten können.

Ich kann dieses Programm zu 100 Prozent weiterempfehlen und bin stolz sowie dankbar, dass ich Teil dieser wunderbaren Möglichkeit sein durfte! Es hat mir gezeigt, wie wertvoll es ist, frühzeitig seine eigenen Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern – und hat mir für meinen weiteren Lebensweg unermesslich viel gegeben.

Das freut uns wirklich sehr! Vielen Dank für das inspirierende Gespräch, Marvin! Wir wünschen dir viel Erfolg im Studium und alles Gute für deine Zukunft!

Foto: privat