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Schlaglichter – unsere Themen

„Auch mit kleinen Dingen etwas bewirken“

Die sdw baut auf ehrenamtliches Engagement, u. a. bei verschiedenen Mentoring-Programmen. Ein Interview zu Erfolgsfaktoren und persönlichem Gewinn.

Rund 1.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich für die Stiftung der Deutschen Wirtschaft – in ganz unterschiedlichen Formen, als Vertrauensperson, Mentor/in, im Vorstand oder als Coach. Sie alle haben eines gemeinsam: Ihnen liegen Bildung und junge Menschen am Herzen. Sie haben nicht nur den eigenen Nutzen im Blick, sondern setzen sich mit ihrem Engagement auch für den sozialen Zusammenhalt ein. Und: Sie haben Freude daran, zu helfen, mit anderen in Kontakt zu treten und Gutes zu bewirken.

Dr. Julia Steinhausen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin verschiedener Mentoring-Programme für Doktorandinnen und Studentinnen an der Universität Paderborn, war selbst sechs Jahre lang ehrenamtliche Vertrauensperson im Schülerförderprogramm Studienkompass und hat Jugendliche auf ihrem Weg begleitet. Im Interview hat sie uns erzählt, was eine erfolgreiche Mentoring-Beziehung ausmacht und was man daraus für sich selbst mitnehmen kann.

Was ist das größte Erfolgsgeheimnis einer guten Mentoring-Beziehung?

Eine gute Basis ist gegeben, wenn sich Mentee und Mentor*in in der anderen Person in Teilen wiederfinden und Gemeinsamkeiten entdecken können. Dadurch entsteht Vertrauen, was essentiell für eine gewinnbringende Mentoring-Beziehung ist, in der individuelle Fragen und Erfahrungen besprochen werden sollen. Darüber hinaus finde ich wichtig, dass die Personen anfangs klar kommunizieren, was sie sich von der Mentoring-Beziehung erwarten und wie sie miteinander arbeiten möchten (z.B. dass man vereinbart, dass es nicht schlimm ist, wenn man für drei Monate „abgetaucht“ ist und sich danach wieder melden möchte). Im besten Fall entsteht eine win-win-Situation, in der beide Personen vom Mentoring profitieren.

Wie sollte man sowohl Mentor/innen als auch Mentees auf eine Mentoring-Beziehung vorbereiten? Wie kann man sie im Verlauf des Mentoring gut unterstützen?

Bei formalen Mentoring-Programmen finde ich eine koordinierende Stelle besonders hilfreich, die den Rahmen für das Mentoring absteckt und die Beteiligten bei der Vorbereitung und während der Mentoring-Beziehung begleitet, also die sich z.B. nach einiger Zeit zum Stand des Mentorings erkundigt, als neutrale Person bei Schwierigkeiten vermittelt oder Input gibt, wenn die Ideen für die Gesprächsinhalte ausgehen. Als Vorbereitung hilft es, sich in die Rolle des anderen zu versetzen und zu überlegen, was würde ich als Mentee/ als Mentor*in erwarten? Toll ist es, wenn sich ein Netzwerk ergibt, in dem sich Mentor/innen wie auch Mentees untereinander während des Mentoring über ihre Rolle und Erfahrungen austauschen können.

Beim Studienkompass sind die Mentorinnen und Mentoren ehrenamtlich tätig und betreuen eine ganze Gruppe an Jugendlichen. Welche besonderen Herausforderungen bringt das mit sich?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sehr herausfordernd ist, alle im Blick zu behalten und alle Interessen und Bedarfe unter einen Hut zu bekommen. Ebenfalls wichtig und herausfordernd zugleich ist es, einen Draht zu den Jugendlichen herzustellen und Vertrauen aufzubauen. Denn es sind erstmal einander fremde Menschen und die Jugendlichen müssen für sich zunächst prüfen können, ob der Mentor/die Mentorin sie versteht und unterstützen kann.

Wenn du an deine eigenen Erfahrungen als Vertrauensperson und Mentorin, insbesondere beim Studienkompass zurückdenkst, was konntest du daraus für dich selbst mitnehmen? Warum lohnt sich ein Engagement für die Jugendlichen?

Während meiner Zeit als Mentorin konnte ich sehr gut meinen eigenen Werdegang reflektieren und mit etwas Distanz authentische Tipps und Erfahrungen weitergeben, z.B. wie ich bestimmte Herausforderungen bewältigt habe. Die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen hat mir das Gefühl gegeben nah am Puls der Zeit zu sein und zu sehen, was sie heutzutage bewegt. Es war schön zu sehen, wie man auch mit kleinen Dingen, wie einem offenen Ohr oder eine kurzen Nachfrage, etwas bewirken kann.


Foto: privat