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Josefine und der Computerkram

Josefine ist Coachin im sdw-Projekt Start Your Digital Future Lab und möchte die Welt auf digitalem Wege ein bisschen besser machen.

Die Tür steht einen Spalt breit offen, das Klacken der Tasten ergibt schon fast einen Rhythmus. Josefine, 21 Jahre alt, sitzt schon den ganzen Nachmittag vor ihrem Computer, mittlerweile wird ihr Gesicht lediglich von dem Bildschirm angestrahlt. Sie grübelt, wie sie am besten den „Marktplatz“ in den Sozialen Netzwerken unterbringen kann. Ihr jüngstes Projekt, das den lokalen Einzelhandel vernetzt und Waren versendet, wurde im Zuge eines Hackathons, der von der Bundesregierung initiiert wurde, gegründet. Ziel war es, neue digitale Strategien zur Bewältigung der coronabedingten Krise zu entwickeln.

Die Studentin hat selbst mitbekommen, wie Bekannte ihren Laden schließen mussten, weil sie wegen der Corona-Pandemie pleite gegangen sind. Sie wollte etwas tun. Jetzt ist sie verantwortlich für die Social Media-Strategie von „Marktplatz“, einem Projekt, das auch nach der Krise weiter bestehen soll, weil es so einen regen Anklang findet.

Josefine wollte schon öfter etwas tun: Als 19-Jährige hat sie angefangen, Grundschüler*innen Computerunterricht zu geben. Die Kinder setzen sich mit all den Möglichkeiten, die das Internet bietet, aber auch mit dessen Gefahren spielerisch auseinander. Außerdem programmierten sie selbst ein Computerspiel. Hoch im Kurs war ein Autorennen. „Es ist essentiell, dass Kinder schon früh ein digitales Bewusstsein entwickeln. Sie müssen wissen, wie sie sich im Internet zurecht finden und auch einen Verhaltenskodex für den digitalen Raum erlernen“, erzählt die Berlinerin.

Als ihr Josefines Schwester, die von der sdw gefördert wird, ihr vor ein paar Monaten vorschlug, Coachin bei „Start Your Digital Future Lab“, dem jüngsten Projekt der Stiftung, zu werden, machte sie sofort mit. Es schien ihr logisch, nun auch Jugendliche und junge Erwachsene bei der Verwirklichung ihrer digitalen Projekte zu unterstützen. Die Basis sei schließlich schon durch den Computerunterricht vorhanden. Konkret arbeitet sie mit einer Gruppe von Schüler*innen aus der Oberstufe, die eine App entwickeln möchte, um ihre Umwelt AG zu vernetzen und schulintern zu bewerben.

Es scheint, als wüchsen ihre Projekte mit ihr mit. Bald wird die junge Frau anfangen, sich bei einem Start-up, das Lernsoftware-Lösungen entwickelt, um das Content Management zu kümmern. Auf die Frage, warum sie das eigentlich alles macht, antwortet Josefine ein bisschen verdutzt: „Warum soll ich die Fähigkeiten, die ich habe, nicht an andere weiter geben? Außer ein bisschen Zeit kostet es mich ja nichts.“ Und außerdem mochte sie halt schon immer Computerkram.


Foto: privat