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Das Skateboard und das blinde kurdische Mädchen

Nikita ist Coach bei Start Your Digital Future Lab und hilft jungen Geflüchteten ehrenamtlich dabei, in Deutschland anzukommen.

Dass sie blind ist, fiel ihm erst nach einiger Zeit auf. Als Nikita – selbst nennt er sich Nick – einer Gruppe geflüchteter kurdischer Kinder das Skateboardfahren beibrachte, war die Kleine unsicherer als die anderen Jungs und Mädchen. Mit etwas mehr Hilfe fand sie aber doch einen festen Stand auf dem Brett und genoss sichtlich den Fahrtwind in ihrem Gesicht.

„Ich wollte die Kinder sich an etwas für sie völlig Neuem ausprobieren lassen. Zumal Skaten eine der wenigen Sachen ist, die in der Gruppe über alle Kulturen, Sprachen, Geschlechter und Alter hinweg gut gemeinsam funktioniert und körperliche Einschränkungen, wie man gesehen hat, auch gut überwunden werden können“, sagt der gebürtige Ostwestfale Nikita, der zwei Studiengänge hintereinander abschloss – erst Wirtschaftswissenschaften an der Zeppelin Universität Friedrichshafen, dann Wirtschaftsinformatik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin  – und mittlerweile als selbstständiger Informatiker in Berlin lebt und arbeitet.

Der Impuls, Menschen zu unterstützen, die ihre Heimat verlassen und in einem fremden Land zurechtkommen mussten, war auch auf dem Höhepunkt der damaligen „Flüchtlingswelle“ groß: Gemeinsam mit einigen Mitstreiter*innen wurde kurzerhand eine leerstehende Eisdiele im Prenzlauer Berg angemietet, um Geflüchteten – gänzlich unformal und improvisiert – Sprach- und Integrationskurse anzubieten. Die Werbung wurde hauptsächlich über Facebook organisiert. „Über mangelnden Zulauf konnten wir uns nicht beschweren. Manchmal waren täglich 15-20 Leute da“, erinnert sich Nikita.

Im sdw-Projekt Start Your Digital Future Lab ist Nikita als Coach tätig und berät junge Teams, die selbsterdachte soziale und gesellschaftlich relevante Ideen mit digitalen Mitteln umsetzen möchten. 


Fotos: privat