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Bildung ist unsere wichtigste Ressource

Dr. Gerhard F. Braun, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) und Vizepräsident Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Die Arbeitgeber wissen: Unsere wichtigste Ressource – individuell, ökonomisch und sozial – ist Bildung. Wir brauchen darum ein effizientes, leistungsorientiertes Bildungssystem, das nicht nur Fachwissen vermittelt, sondern auch Selbstständigkeit, Eigeninitiative und Verantwortungsbereitschaft fördert. Es muss junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung hin zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern wirkungsvoll unterstützen. Ebenso gilt: Gute Bildungspolitik ist die wirksamste und nachhaltigste Sozialpolitik. Nichts schützt besser vor Arbeitslosigkeit und nichts fördert gesellschaftliche Teilhabe besser als eine abgeschlossene betriebliche oder hochschulische Ausbildung. Diese beiden Prämissen sind die Grundlage unseres Engagements im Bildungsbereich.

Als die Arbeitgeber vor 25 Jahren die Stiftung der Deutschen Wirtschaft ins Leben gerufen haben, waren es bereits damals diese Kerngedanken, die uns geleitet haben: Selbstständigkeit, Eigeninitiative, Verantwortungsbereitschaft. Maßnahmen zur Persönlichkeitsentwicklung standen und stehen bei allen Programmen im Vordergrund. Wir möchten junge Menschen nicht nur dabei unterstützen, ihren Weg zu gehen, sondern sie auch befähigen, für sich und für die Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Weit mehr als 10.000 Geförderte zeigen, dass uns dieses gelungen ist. Viele von ihnen sind heute selbst Unternehmerinnen und Unternehmer oder nehmen wichtige Führungspositionen in allen gesellschaftlichen Bereichen ein. Ihren Gemeinsinn haben sie sich behalten. Sie engagieren sich weiterhin für die sdw und die nachfolgenden Generationen von Geförderten oder in zahlreichen weiteren, wichtigen Feldern unserer Gesellschaft.

Die sdw ist damit ein bedeutender Pfeiler des bildungspolitischen Engagements der Arbeitgeber. Bei der Stiftungsarbeit und bei all unseren weiteren Aktivitäten sind uns folgende Punkte besonders wichtig:

  • Berufliche Bildung und akademische Bildung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Als Wirtschaftsstandort brauchen wir gut qualifizierte, fleißige, kreative und motivierte Absolventinnen und Absolventen aus beiden Bereichen. Wir brauchen ein strukturell und sozial durchlässiges Bildungssystem, das individuell fördert und möglichst jeder und jedem die Chance zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und individuellen Talente bietet.
  • Jede Schulform muss so fördern, dass möglichst alle Jugendlichen zu einem Abschluss und zur Ausbildungs- oder Studienreife gelangen. Zu einer umfassenden schulischen Allgemeinbildung gehören auch ökonomische Bildung und MINT-Bildung einschließlich digitaler Informations- und Medienkompetenz. Das Angebot an Ganztagsschulen muss deutlich ausgebaut werden.
  • Die duale Ausbildung ist ein Grundpfeiler für die Stärke der deutschen Wirtschaft. Sie bietet jungen Menschen mit und ohne Abitur vielfältige Entwicklungschancen und Karrieremöglichkeiten bis hin zur Unternehmensführung. Die Berufsschulen sind dabei eine unverzichtbare Säule im System der dualen Ausbildung und für die Betriebe wichtige Partner.

In allen diesen Bereichen haben die Arbeitgeber in den letzten 25 Jahren ihr Engagement deutlich ausgebaut – durch konkrete Unterstützung vor Ort, durch Initiativen, Projekte und Auszeichnung von Bildungseinrichtungen. Die Wirtschaft investiert jährlich mehr als 60 Mrd. Euro in die Bildung – mehr als das Dreifache des BMBF-Haushaltes. Einen deutlich höheren Stellenwert als noch vor 25 Jahren hat die frühkindliche Bildung. Von ihrer Qualität hängt entscheidend die Qualität des gesamten Bildungssystems ab. Deswegen setzen wir hier auch mit der sdw an: Im Rahmen unserer Begabtenförderung unterstützen wir seit dem letzten Jahr erstmals Studierende der Kindheitspädagogik, die sich für eine chancengerechte Kita einsetzen möchten.

Zukünftig werden uns als Arbeitgeber vor allem zwei Bildungsthemen besonders intensiv beschäftigen:

  • Digitale und soziale Kompetenzen bekommen eine zunehmend zentrale Bedeutung für die Beschäftigungsfähigkeit. Sie rücken mit der Digitalisierung in den Mittelpunkt – unabhängig von Branche, Tätigkeit oder Hierarchiestufe. Alle Bildungsbereiche müssen daher digitale Kompetenzen stärken und weiterentwickeln.
  • Lebenslanges Lernen muss in der Arbeitswelt 4.0 für jede und jeden noch mehr zur Normalität werden. Voraussetzung hierfür sind flexible praxisnahe Weiterbildungsangebote.

Als Arbeitgeber werden wir uns auch auf diesen Gebieten weiterhin stark engagieren – im Rahmen der sdw und der vielen weiteren Projekte und Initiativen. Deshalb blicke ich optimistisch in die Zukunft, in der sich Bildung und bildungspolitisches Engagement vermutlich weiter verändern werden, in der aber unsere Leitgedanken von Selbstständigkeit, Eigeninitiative und Verantwortungsbereitschaft weiter wichtig bleiben. Denn auch in 25 Jahren und darüber hinaus wird Bildung unsere wichtigste Ressource sein.


Foto: Thomas Hörner/sdw