„Es hat mir geholfen, um festzustellen, was mir Spaß macht und was ich gut kann.“

Zeig, was du kannst! – das hat unser Teilnehmer David im gleichnamigen Programm in die Tat umgesetzt. Zu Beginn der dreijährigen Förderung war er sehr schüchtern und hatte wenige Ideen, wie es für ihn nach der Schule weitergehen soll. Durch die kontinuierliche Begleitung und den engagierten Einsatz seiner Coachin hat er eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen, seine Noten verbessert und als Klassenbester den Abschluss gemacht. Seit dem letzten Sommer macht er eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer, die ihm großen Spaß macht. Über seinen Weg haben wir mit ihm gesprochen.

David erhält bei der Abschlussfeier eine Urkunde von seiner Lehrerin
David bei seiner Abschlussfeier. Foto: privat

„Ich finde es richtig gut, dass wir bei Zeig, was du kannst! Hilfestellung bei der beruflichen Orientierung erhalten haben, zur Berufswahl beraten wurden und auch bei Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen unterstützt wurden.“

Hi David, wie bist du auf Zeig, was du kannst! aufmerksam geworden?

„Durch meine Schule: Meine Klassenlehrerin hatte beim Elternabend von dieser Möglichkeit erzählt und meine Mutter hat mich direkt angemeldet.“

Warum hast du dich entschlossen, am Programm teilzunehmen?

„Ich habe gedacht, dass es mir weiterhilft, meine Stärken zu finden und mehr über die verschiedenen Berufsfelder zu erfahren. Ich finde es richtig gut, dass wir bei Zeig, was du kannst! Hilfestellung bei der beruflichen Orientierung erhalten haben, zur Berufswahl beraten wurden und auch bei Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen unterstützt wurden.“

Wenn du drei Jahre zurückdenkst: Wie lief es damals in der Schule? Wusstest du schon, was du später mal machen möchtest?

„Schule lief so naja, beim Beruf hatte ich gar keine Ahnung, was ich machen soll. Bei den Werkstatttagen im Überbetriebliches Ausbildungszentrum hier in Wittlich konnte ich dann verschiedene Bereiche ausprobieren und anschließend mit meiner Zeig, was du kannst!-Coachin über meine Erfahrungen sprechen. Das hat mir geholfen, um festzustellen, was mir Spaß macht und was ich gut kann. Meine Coachin hat mir dann in der 9. Klasse geholfen, einen Betrieb für ein Praktikum und den Praxistag zu finden.

Erzähl gerne mal: Wie lief es dann im Programm ab?

„Die Future Camps haben mir sehr viel Spaß gemacht, daran habe ich gerne teilgenommen. Außerdem haben wir uns während der ersten zwei Jahren bei Zeig, was du kannst! regelmäßig mit unserer Coachin in der Schule zu Gruppencoachings getroffen – manchmal zudem auch zusätzlich zu Einzelcoachings.“

Wie konnte Zeig, was du kannst! dir konkret helfen, eine Ausbildung zu finden?

„Wir haben Bewerbungen geschrieben und Bewerbungsgespräche geübt. Meine Coachin hat mir zudem Berufe und Betriebe vorgeschlagen. Sie hat mich auch zum Vorstellungsgespräch begleitet und mich während eines Praktikums besucht. Ich konnte mich immer bei ihr melden, wenn ich Fragen hatte oder Hilfe benötigt habe.“

Du hast die Schule mit dem besten Zeugnis deiner Klasse abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch! Seit August 2025 absolvierst du eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer in einer Fensterbaufirma. Wie läuft es bisher?

„Ich komme im Betrieb gut zurecht, mit allen Kolleginnen und Kollegen und mit meinem Chef. Mir macht die Arbeit Spaß, ich habe schon viel gelernt und kenne die Maschinen und Produktionsabläufe. Meine Coachin erkundigt sich auch regelmäßig. Sie sagt immer, ich kann stolz auf das sein, was ich erreicht habe. Meine Mutter ist auch stolz auf mich.“

Was hast du unternommen, um diesen Ausbildungsplatz zu bekommen, wie lief das ab?

„Ich habe meinen Ausbildungsplatz durch meine Coachin erhalten, sie hatte den Kontakt zum Betrieb. Aber ich habe ein gutes Praktikum gemacht und sie sagt immer, dass es mein Verdienst sei, weil ich während des Praktikums und beim Praxistag so gut gearbeitet habe.“

Wie unterstützt dich Zeig, was du kannst! noch während des ersten Ausbildungsjahres?

„Meine Coachin erkundigt sich regelmäßig bei mir und beim Betrieb. Wenn irgendetwas ist, kann ich mich jederzeit bei ihr melden, das gibt mir Sicherheit.“

Würdest du Zeig, was du kannst! weiterempfehlen?

„Auf jeden Fall! Das Programm hat mir gut gefallen und sehr geholfen. Ohne Zeig, was du kannst! wäre es definitiv schwerer gewesen, einen Ausbildungsplatz zu finden.“

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für deinen weiteren Weg!

TidA öffnet Türen

Über das Potenzial von Netzwerken und persönlicher Entwicklung während der Ausbildung

Unsere TidA-Stipendiatin Takoua Ayadi befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr zur Rechtsanwaltsfachangestellten in der Kanzlei Godefroid & Pielorz in Düsseldorf, die auf Bankrecht spezialisiert ist. Zusätzlich macht sie ihr Fachabitur und bringt sich bei TidA – das Stipendium für Talente in der Ausbildung als Gruppensprecherin ein. Takoua hat schnell erkannt, dass nicht nur die finanzielle Unterstützung von TidA für sie einen großen Mehrwert bietet.

Porträt Takoua
Foto: Privat

„Ich habe gemerkt, dass sich das Stipendium für mich gelohnt hat, als ich angefangen habe, neue Dinge zu lernen und mich mit Menschen zu vernetzen, die zuvor nicht Teil meines Umfelds waren.“

„Wenn man als Kind mit Migrationshintergrund und wenig Geld aufwächst, lernt man oft nicht, wie man investiert, was gutes Zeitmanagement ist oder was positive und negative Schulden sind. Solches Wissen von zu Hause vermittelt zu bekommen, ist ein Privileg, das nicht viele haben. TidA hat mir persönlich die Möglichkeit gegeben, Zugang zu genau dieser Art von Bildung zu erhalten.“

Das Stipendium bietet seinen Stipendiatinnen und Stipendiaten eine Bandbreite an unterschiedlichen Veranstaltungen, die Takoua direkt für sich entdeckt hat. Sie besuchte Seminare wie „Sich gekonnt präsentieren“, „Was macht gute Führung aus?“ oder einen Workshop zum Thema Zeitmanagement. Besonders begeistert hat sie die Begegnungsveranstaltung mit dem Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB), bei der Studierende aus dem Studienförderwerk Klaus Murmann der sdw sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) mit Geförderten von TidA zusammentreffen, um über die Werte der Demokratie zu diskutieren. „Ich habe bereits zweimal an einer solchen Begegnungsveranstaltung teilgenommen, da ich dort wertvolle Kontakte knüpfen konnte und mich die Gesprächsthemen wie soziale Medien, Journalismus und Demokratie interessieren. Die große Besonderheit ist aber, dass ich dort mit Menschen aus Politik und Wissenschaft auf Augenhöhe diskutieren durfte.“

TidA-Workshop: Zwei Stipendiatinnen stehen in der Mitte eines Kreises berichten und lächeln
Foto: SBB/Marc Bieschinski
TidA-Stipendiatin stellt während einer Veranstaltung eine Frage
Foto: SBB/Marc Bieschinski
Vier TidA-Stipendiatinnen und Stipendiaten bei der Gruppenarbeit
Foto: sdw

TidA unterstützt seine Stipendiatinnen und Stipendiaten nicht nur dabei, Ziele zu setzen, sondern auch, diese zu verfolgen zum Beispiel über die individuelle Betreuung einer Mentorin oder eines Mentors. „Besonders hilfreich fand ich, dass das Mentoring flexibel und frei gestaltbar war. Es hat mir geholfen, meinen eigenen Stand besser einzuschätzen“, erzählt Takoua und hat bereits ihre nächsten Schritte fest im Blick, „Nach meiner Ausbildung möchte ich ein Studium beginnen. Ich würde gerne etwas im Bereich Wirtschaftskriminalität studieren und später auch in diesem Feld arbeiten.“

Für alle, die noch zögern, sich für das TidA-Stipendium zu bewerben, findet Takoua klare Worte: „Das Stipendium ist eine großartige Chance – auf Wissen, persönliche Entwicklung und viele offene Türen. Trau dich und bewirb dich, auch wenn du denkst, dass du vielleicht nicht hineinpasst oder nicht genug Wissen mitbringst. TidA ist sehr divers und bietet gerade auch Menschen ohne privilegierten Hintergrund viele Möglichkeiten.“

TidA – das Stipendium für Talente in der Ausbildung führen wir in Kooperation mit der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) durch.

Hier geht es zur Bewerbung!

„Meine Motivation war stets, die Lebensqualität von Menschen mit Medizinrobotik zu verbessern.“

Neue Wege zu gehen, das war für unseren Alumnus Prof. Dr. Fabian Just schon in seiner Zeit als Stipendiat des Studienförderwerks Klaus Murmann ein wichtiges Anliegen. Wenn er heute zurückblickt, ist er dankbar für die ideelle und finanzielle Förderung, für die Chancen zum Wachsen und für ein Netzwerk, in dem aus Mitstipendiatinnen und Mitstipendiaten Freundschaften und viele gemeinsame Projekte entstanden.

Diesen Gestaltungswillen bringt Fabian heute mit großer Leidenschaft in seine Forschung ein. Fragt man ihn nach seiner Motivation, kommt die Antwort schnell: „Technik entwickeln, die im Alltag eines Menschen zu besserer Lebensqualität führt.“

Damit hat er sich schon früh beschäftigt. Nach Bachelor- und Masterabschluss in Elektro- und Computeringenieurwesen an der Purdue Universität in den USA sowie in Automatisierungstechnik an der Ruhr-Universität Bochum promovierte er an der ETH Zürich in Rehabilitationsrobotik. Anschließend leitete er drei Jahre lang eine Forschungsgruppe an der Chalmers Universität in Göteborg, die an international führenden knochenintegrierten Armprothesen mit Tastsinn arbeitet.

Porträtfoto von Prof. Dr. Fabian Just
Foto: privat

„Technologie wird nicht besser, wenn nur Entwicklerinnen und Entwickler darüber reden, sondern wenn die Menschen, für die sie gedacht ist, von Anfang an mitgestalten.“

„Schon im Studium habe ich daran gearbeitet, das Zittern von Menschen mit Parkinson aus der Joysticksteuerung ihres Elektrorollstuhls herauszurechnen, damit der Rollstuhl wieder genau dorthin fährt, wohin der Mensch will. Was mich damals bewegt hat, war die Erkenntnis, wie viel Lebensqualität Medizinrobotik zurückgeben kann. Diese Erfahrung hat mich nicht mehr losgelassen. An der ETH Zürich durfte ich die jüngste Generation des Armexoskeletts ARMin entwickeln und wir haben wichtige Fortschritte in der Armrehabilitation nach Schlaganfall erreicht. Unser Prothetiksystem in Göteborg ist die weltweit erste Armprothese, die dauerhaft mit dem Knochen verbunden ist, direkt über Nerven gesteuert wird und Berührungen ans Gehirn zurückmeldet, mit einer rund zehnmal präziseren Steuerung als bei herkömmlichen Prothesen. Für die Teilnehmenden ist sie tatsächlich lebensverändernd, einige tragen sie seit über zwölf Jahren im Alltag.

Seit dem vergangenen Jahr ist Fabian Professor an der Universität Ulm für Rehabilitation Robotics & Mental Health Technology. Mit seinem Team entwickelt er assistive Robotik für Menschen, unterstützt durch KI und maschinelles Lernen. Konkret heißt das: intelligente Arm- und Handprothesen, Rehabilitationsroboter, oder robotische Alltagshilfen, die kontinuierlich Daten erfassen, integriert in Orthesen oder direkt in der Kleidung. „Unser Ziel ist es, als eines der ersten biomedizinischen Institute in Deutschland mit Hilfe von Robotik und KI eine wirklich ganzheitliche Rehabilitation anzubieten, körperliche und mentale Genesung als das zu behandeln, was sie in Wahrheit sind: zwei Seiten derselben Medaille. Da liegt noch viel Arbeit vor uns, aber genau das macht es spannend.“

Für Menschen nach neurologischen, traumatischen oder orthopädischen Ereignissen können solche Entwicklungen einen großen Unterschied machen. „Es geht darum, Menschen Unabhängigkeit und Selbstverständlichkeit zurückzugeben. Dinge tun zu können, ohne darüber nachdenken zu müssen, zum Beispiel mit Handprothesen, die sich intuitiv steuern lassen und über natürliche Nervstimulation ans Gehirn zurückmelden, wie sich der Apfel in der Hand anfühlt.“

Bei allem technischen Fortschritt ist Fabian bewusst, dass der Weg zu echter Teilhabe noch weit ist. Genau hier setzt auch sein ehrenamtliches Engagement an. Vor zehn Jahren war er Mitgründer des CYBATHLON an der ETH Zürich, einer Olympiade für Menschen mit Behinderung und ihren Hilfsmitteln. Für Fabian ein großer Moment und gleichzeitig ein ehrlicher Spiegel: „Über die Jahre, 2016, 2020, 2024, hat der CYBATHLON gezeigt wie weit die Technik gekommen ist und wie weit der Weg bis zu wirklich unabhängiger Alltagsbewältigung noch ist. Menschen mit Behinderung werden im Alltag immer noch eingeschränkt, und Technologie kann das bislang nur abmildern. Großartig war zu sehen, wie Teams aus aller Welt zusammenkamen und Presse, Politik und Öffentlichkeit gemeinsam hinschauten. Vor allem aber hat mir der CYBATHLON eines gezeigt: Technologie wird nicht besser, wenn nur Entwicklerinnen und Entwickler darüber reden, sondern wenn die Menschen, für die sie gedacht ist, von Anfang an mitgestalten. Genau das macht Inklusion und Diversität in Forschung und Arbeitswelt für mich aus.“

Beim CYBATHLON versucht ein Mann mit einer Armprothese ein Messer auf einem Tisch zu platzieren.
Foto: ETH CYBATHLON

Der CYBATHLON

Vor zehn Jahren war Fabian Mitgründer des CYBATHLON an der ETH Zürich, einer Olympiade für Menschen mit Behinderung und ihren Hilfsmitteln.

CYBATHLON – for a world without barriers

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Joachim (18), Studienkompass-Teilnehmer

Joachim weiß noch nicht genau, wie es für ihn nach der Schule weitergeht. Auf den Studienkompass wurde er über seine Schule aufmerksam, die Stadtteilschule Stellingen. Er entschied sich, Teil des Programms werden zu wollen und seine Bewerbung war erfolgreich. Joachim schätzt dabei besonders die Möglichkeit, den Weg in die Zukunft gemeinsam mit anderen zu gehen — und dabei trotzdem den eigenen Weg zu finden.

Der Studienkompass unterstützt ihn dabei, sich beruflich zu orientieren, persönliche Stärken zu erkennen und passende Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Durch das Stipendium lernt Joachim nicht nur neue Menschen kennen, sondern vor allem auch sich selbst. „Unterschiedliche Perspektiven, Lebensentwürfe und Zukunftsvisionen inspirieren mich“, sagt er. Der Austausch mit anderen hilft ihm herauszufinden, was er möchte – und auch, was nicht. Die Begegnungen geben ihm neue Impulse, regen ihn zur Selbstreflexion an und motivieren ihn, sich intensiver mit seiner eigenen Zukunft auseinanderzusetzen.

Besonders wichtig ist ihm, dass im Studienkompass Raum für Individualität bleibt: „Hier kann man sein, wer man ist. Niemand wird ausgeschlossen oder in eine bestimmte Richtung gedrängt. Am Ende geht es darum, sich selbst zu finden.“

Auch die Vielfalt innerhalb des Programms erlebt Joachim als Bereicherung: „Beim Studienkompass lernt man mehr über sich selbst und die Welt. Unterschiedliche Perspektiven eröffnen neue Blickwinkel, auf die man allein vielleicht nicht kommt. Sie helfen dabei, sich in der Welt zu orientieren und den eigenen Weg darin zu finden.“

Joachim Schmidt lächelt in die Kamera.
Foto: privat

„Engagiert. Aufgeschlossen. Zielstrebig.“

So beschreibt sich unsere Alumna des Studienförderwerks Vivian Osuoha in drei Worten selbst – und genau diese Eigenschaften haben sie dorthin gebracht, wo sie heute steht. Vor sieben Jahren begann ihre Reise mit der Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Heute arbeitet sie als Apothekerin und blickt auf eine Zeit zurück, die sie fachlich, aber vor allem auch persönlich geprägt hat.

Hallo Vivian, was waren deine Highlights während des Stipendiums?

„Für mich waren die vielfältigen Seminare und Workshops sehr hilfreich. Besonders spannend fand ich die Werksführung bei Bayer, bei der wir als MINT-Stipendiaten an einem Projekt gearbeitet haben. Die interdisziplinären Ansätze haben uns alle begeistert.“

Wer oder was inspiriert dich in deinem Denken und Handeln und gibt es ein Motto, das dich antreibt?

„Das Motto „Change your thoughts and you change the world“ von Norman Peale begleitet mich im Alltag. Oft wirkt ein Problem aus einem anderen Blickwinkel schon deutlich leichter lösbar. Außerdem erinnert mich das Zitat daran, wie sehr man mit Empathie sein berufliches und privates Umfeld beeinflussen kann.“

Was liebst du an deinem Job als Apothekerin und welche Ziele verfolgst du für die Zukunft?

„Pharmazie ist eine vielfältige Wissenschaft, für die ich mich auch nach dem Staatsexamen weiter begeistere. Ich werde als wissenschaftliche Autorin in einem Magazin, gerichtet an Studierende, weiter aktiv sein und die Freude an der Wissenschaft noch in andere Gebiete meiner Arbeit tragen. Mir gefällt außerdem die Arbeit mit Menschen. In dem Bereich entwickelt sich besonders die Krankenhauspharmazie und Industrie in eine spannende Richtung. “

Was verbindest du ganz persönlich mit dem Begriff Diversität?

„Diversität macht für mich eine Vielfalt an Menschen aus, die mithören, mitreden und mitentscheiden. Diese gesellschaftliche Teilhabe ist ein Recht und gerade geht sie an vielen Orten weltweit zurück. Die Stimmen von Minderheiten einzubeziehen, hilft mir, kreativer, offener und fairer zu handeln. Ich wünsche anderen Menschen, diese Erfahrung auch machen zu dürfen.“

Vivian Osuoha lächelt in die Kamera.
Foto: privat

Stipendiatin Helen über ihren Weg ins Lehramtsstudium in den Fächern Mathe und Informatik

Unsere Stipendiatin Helen Deubler steckt mitten im letzten Förderjahr von Lehramt Mintoring und im zweiten Semester ihres Lehramtsstudiums in den Fächern Mathe und Informatik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Ihre Begeisterung für die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) wurde schon früh geweckt: „Mathe hat mir schon seit meiner Schulzeit an der Realschule viel Spaß gemacht, vor allem weil ich es mochte, Aufgaben nach klaren Prinzipien zu lösen. Während meiner Abiturzeit habe ich großes Interesse an Informatik entwickelt, insbesondere das Programmieren habe ich für mich entdeckt.“

Für Helen war deswegen schnell klar, dass sie sich auch nach ihrer Schulzeit mit genau diesen Fächern beschäftigen möchte. „Ich halte MINT für sehr wichtig, da MINT-Kompetenzen eine große Rolle in unserer Gesellschaft spielen und unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen. Für mein Studium habe ich mich entschieden, weil mich die Inhalte interessieren und ich zeigen möchte, dass Frauen in diesen Bereichen genauso erfolgreich sein können. Gerade im Lehramt sehe ich die Möglichkeit, andere dafür zu begeistern und zu motivieren. Und ich hatte schon immer große Freude daran, Wissen weiterzugeben.“ Diese Kombination aus MINT und Lehramt brachte sie zum Schülerstipendium Lehramt Mintoring, welches ihr verschiedene Studienmöglichkeiten aufzeigte und sie bis heute bei ihrer Zukunftsplanung unterstützt

Helen lächelt in die Kamera
Foto: Privat

„Durch Lehramt Mintoring habe ich einen realistischen Einblick in das Studium und den späteren Beruf als Lehrerin erhalten. Besonders die Gespräche mit anderen Teilnehmenden sowie mit den Mentorinnen und Mentoren haben mir geholfen, meine Entscheidung zu festigen.“

Diese Gelegenheit konnte Helen vor allem bei der Herbstakademie in Heidelberg 2024 nutzen: „Dort hatte ich die Möglichkeit, mich intensiv mit vielen Gleichgesinnten auszutauschen. Da die Mentorinnen und Mentoren selbst Lehramt studieren, habe ich viele hilfreiche Einblicke in den Bewerbungsprozess an Hochschulen und Universitäten bekommen und konnte gleichzeitig allgemeine Informationen über verschiedene Studienorte sammeln.“

Noch bis zum 5. Juli 2026 können sich Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg für Lehramt Mintoring bewerben. Für Helen steht fest: Es lohnt sich! „Durch Lehramt Mintoring bin ich sicher und bestärkt ins Lehramtsstudium gestartet. Aus dem Programm konnte ich sowohl fachlich als auch persönlich sehr viel mitnehmen.“

Was macht guten MINT-Unterricht aus? Wie wecken wir das Interesse für MINT? Lehramt-Mintoring-Alumnus und Lehrer Felix Reichert teilt seine Erfahrungen

Um MINT-Kompetenzen zu fördern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), braucht es gute MINT-Lehrkräfte. Denn sie sind diejenigen, die Schülerinnen und Schüler nicht nur Wissen, sondern mit Empathie die Begeisterung für diese Fächer vermitteln. Unser Alumnus Felix Reichert macht genau das als Lehrer für Informatik, Chemie, Mathe am Hans-Baldung-Gymnasium in Schwäbisch Gmünd. Die sdw hat ihn von Anfang an auf seinem Weg begleitet und unterstützt: Als Schüler startete er 2012 mit Lehramt Mintoring, während seines Studiums erhielt er ein Stipendium des Studienförderwerks Klaus Murmann und engagierte sich ehrenamtlich als Mentor im Studienkompass.

Porträt Alumnus Felix
Foto: Privat

„Durch die vielen verschiedenen Angebote, den Austausch mit anderen angehenden Lehrkräften und Gleichgesinnten bei Lehramt Mintoring habe ich damals für mich erkannt, dass dieser Beruf genau das Richtige für mich ist.“

Ein entscheidender Moment für seine Berufswahl war für Felix während eines Rhetorik- und Kommunikationsseminars von Lehramt Mintoring: „Auf einmal wurde mir klar, dass es zusätzlich zu dem Fachlichen noch so viel mehr gibt, das es zu entdecken und zu erlernen lohnt: Zwischenmenschliche Beziehungen, Sprache und Konflikte sind Teil des Lehreralltags und lassen sich mit dem richtigen Handwerkzeug professionell meistern.“

Für Felix zählt das Gesamtkonstrukt Schule: „In meinem Berufsalltag sehe ich besonders in AGs, die teils von den Schülerinnen und Schüler mitgeleitet werden, großes Potential. Die AGs sind wie ein gutes Sprungbrett, sich aktiv mit Themen wie Lehren und MINT auseinanderzusetzen. Die Erfahrung, dass Wissen weitergeben, Spaß machen und man im Kleinen viel bewegen kann, ist besonders wirksam. Die Jugendlichen werden sich den eigenen Fähigkeiten bewusst und sind mit Begeisterung bei der Sache. Später im Studium der Naturwissenschaften bieten Lehr-Lern-Labore die Möglichkeit, sich früh zu professionalisieren. Ich würde mir wünschen, dass solche Angebote ausgebaut und stärker beworben werden, um angehende Lehrkräfte vor einem Praxisschock in der Schule zu schützen beziehungsweise diesen aufzufangen.“

Das Schülerstipendium Lehramt Mintoring setzt früh an, sodass sich die Schülerinnen und Schüler vor der Studienwahl mit dem Lehramt auseinandersetzen und gleichzeitig ihre MINT-Kompetenzen ausbauen können. „Ich kann das Stipendium nur empfehlen, da man viel über sich und das Lehramt lernt sowie die Sicherheit erhält, ob der Beruf wirklich zu einem passt.“

Aktuell läuft die Bewerbungsphase für das Schülerstipendium in Baden-Württemberg, um mehr junge Menschen für das MINT-Lehramtsstudium zu begeistern. Hier für Lehramt Mintoring bewerben!

Aufbau eines Chemieversuchs vor einer Klasse
Foto: Ela Comann/sdw

KI zur Transformation nutzen

Von der Idee zum Start-up – Stipendiaten und Alumni aus dem Studienförderwerk berichten

Sascha, Robin und Jan lernten sich über die School of Transformation kennen und verfolgten mit dem Aufbruchstipendium im letzten Jahr die Frage, wie sich eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft zukunftsfähig gestalten lassen. Ihre Antwort war die gleiche: Die gezielte Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Diese Vision führte alle drei ins Unternehmertum – ihre Start-ups brixl und better bites sind so unterschiedlich wie innovativ.

Stipendiat Sascha
Foto: Beniamin Motyka

 „Neben dem Studium zu gründen, halte ich für einen optimalen Zeitpunkt, da man noch sehr wenige Verpflichtungen hat, geringe monatliche Ausgaben und die perfekte Opportunität, um unterschiedliche Ideen zu validieren und Erfahrungen zu sammeln.“
Sascha Nievelstein, Alumnus und Gründer von brixl

Sascha Nievelstein und Robin Karutz vereinten ihre Kräfte sowie Fähigkeiten und gründeten brixl, um durch den Einsatz von KI mehr Effizienz im Bausektor zu schaffen. „Das Baugewerbe bietet angesichts des immensen Ressourcenverbrauchs und Emissionsausstoßes einen wahnsinnigen Nachhaltigkeitshebel. Mit brixl wollen wir die Branche digitaler und nachhaltiger machen“, erklärt Robin. In über hundert Interviews mit Bauunternehmen, Planungsbüros, Vergabestellen und Branchenverbänden fanden sie heraus, dass Unternehmen viel Zeit bei der Sichtung von Ausschreibungen und der Suche nach Informationen verlieren. Daher bündelten sie ihr Know-how in einem Start-up: Robin als Wirtschaftsingenieur und Sascha als Informatiker. Sie entwickelten eine KI-gestützte Software, die Ausschreibungen automatisiert findet, strukturiert und analysiert. Mittlerweile sind die beiden Alumni des Studienförderwerks und fokussieren sich auf brixl. Seit Beginn dieses Jahres wird ihr Start-up durch das EXIST Gründungsstipendium gefördert. „Dadurch konnte ich direkt vom Studium in die Selbstständigkeit in Vollzeit starten“, berichtet Sascha, „seit dem Beginn des Studiums verfolge ich den Traum, nach dem Abschluss einen fließenden Übergang vom Studium in die Selbstständigkeit zu finden. Nun kann ich diesen Traum leben.“

Gruppenfoto der Geförderten des Aufstiegsstipendiums in 2025
Foto: sdw

Jan Thier studiert hingegen noch im Master Data Science and Advanced Analytics an der NOVA IMS Information Management School und widmet sich der Thematik der Überproduktion von Lebensmittelresten in Großküchen. Denn zwei seiner Freunde, Mattis Sippel und Nico Nonnen, entschieden sich, in die Unternehmenswelt einzusteigen. Mattis – mittlerweile Alumnus des Studienförderwerks – nutzte sein letztes Jahr im Stipendium, um die Gründung von better bites voranzutreiben. Er nahm 2025 an der Start-up-Werkstatt des Studienförderwerks Teil und pitchte auf dem Gründer- und Unternehmer:innenforum des sdw Alumni e. V. „Mattis  und Nico haben better bites nach unserem gemeinsamen Bachelorstudium aufgebaut, während ich im Praktikum vor dem Start meines Masters war. Als ich das Praktikum abgeschlossen hatte, habe ich mich eingebracht. Insbesondere die School of Transformation hat mich durch den regelmäßigen Austausch und konstruktives Feedback dabei unterstützt, unsere Vision weiterzuentwickeln und konsequent zu verfolgen.“ better bites bietet eine KI-gestützte Softwarelösung, die eine präzise Prognose der Gästezahlen und des daraus resultierenden Lebensmittel- sowie Personalbedarfs in Mensen und Kantinen ermöglicht. Durch die datenbasierten Prognosen werden die Essensplanung, der Lebensmitteleinkauf sowie die Schichtplanung optimiert und folglich Kosten sowie Lebensmittelverschwendung reduziert. Das Ziel von better bites passt für Jan perfekt mit seinem Studium und seiner Überzeugung zusammen: „Nach meinem Bachelor in Wirtschaftsinformatik in Münster habe ich mich für den Master in Data Science entschieden, weil ich fest daran glaube, dass datengetriebene Lösungen und Künstliche Intelligenz ein riesiges Potenzial haben, unser Leben effizienter und nachhaltiger zu gestalten.“

Sascha, Robin und Jan wollen mit ihren KI-Start-ups einen Impact generieren und beim Thema gesellschaftliche Transformation vorangehen. Einig sind sich die drei aber auch darin, dass ihnen das Stipendium im Studienförderwerk einen Raum gegeben hat, um an ihren Gründungen zu feilen und zu wachsen.

Stipendiat Robin
Foto: Beniamin Motyka

„Über sechs Jahre hat die sdw mich definitiv auf meinem Werdegang gepusht. Neben der finanziellen Unterstützung wurde ich durch diesen sdw-Spirit «Du hast dein Leben selbst in der Hand» und die hohe Dichte an Gleichgesinnten immer wieder inspiriert und motiviert.“
Robin Karutz, Alumnus und Gründer von brixl

Stipendiat Jan
Foto: Privat

„Das Wertvollste am Stipendium ist für mich der Austausch mit anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Die Diskussionen und Feedbacks liefern nützlichen Input, den ich direkt in meine Arbeit einfließen lasse.“
Jan Thier, Stipendiat und Unternehmer bei better bites

Die School of Transformation ist ein Angebot für Stipendiatinnen und Stipendiaten des Studienförderwerks Klaus Murmann und wird in Kooperation mit der E.ON Foundation durchgeführt.

Unsere Stipendiatin Karolin Leiß teilt ihre Erfahrungen

Prüfungsdruck, Lernstress und drängende Zukunftsentscheidungen – die Zeit vor und nach dem Abitur kann chaotisch sein. Unsere Stipendiatin Karolin erzählt, wie der Studienkompass sie darin bestärkt hat, ihren Weg zu finden und zu gehen: „Das Programm ist eine Unterstützung, die man in dieser Form sonst nirgendwo bekommt. Mir hat der Studienkompass extrem bei meiner Studienentscheidung und -bewerbung geholfen, aber auch bei Themen wie Selbstorganisation.“ Karolin ist im dritten Förderjahr im Studienkompass, hat letztes Jahr ihr Abitur im Oberbergischen Kreis erfolgreich abgeschlossen und ihr BWL-Studium an der Fachhochschule Aachen begonnen. Für sie ist der Studienkompass mit seinen Workshops und ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren auch im ersten Jahr an der Hochschule eine nützliche Stütze. Doch vor allem während der stressigen Zeit des Abiturs hat sie von den Angeboten profitiert: „In der Zeit rund ums Abi und der Entscheidung für ein Studium konnte ich mich auf den Studienkompass und meine Mentorin verlassen. Sie halfen mir, dem Chaos Struktur zu geben. Im Online-Workshop zur Abi-Vorbereitung wurde mir bewusst, dass ich beim Lernen gut vorankomme. Gleichzeitig behielt ich durch die Unterstützung die nächsten Schritte im Blick: Wann muss ich mich für meinen Studiengang einschreiben, wie regle ich das lästige Thema BAföG. Das hat mir nicht nur die nötige Sicherheit gegeben, sondern mir auch einen Vorteil gegenüber anderen verschafft. Durch dieses Wissen konnte ich sogar Freunden bei Fragen weiterhelfen!“

Stipendiatin lächelt in die Kamera
Foto: Privat

„Das, was ich am meisten am Studienkompass schätze, ist die Atmosphäre. Ab dem ersten Treffen mit meiner Regionalgruppe waren eine Dynamik der Gemeinschaft und Motivation zu spüren.“

Für Karolin ist das Programm vor allem wegen dem Miteinander so wertvoll:  „Nicht nur die Mentorinnen und Mentoren waren super aufgeschlossen und aufmerksam, sondern die gesamte Gruppe. Es war sofort ein Umfeld, in dem man sich wohlfühlt. Alle sind da, weil sie es wollen, nicht weil sie es müssen – und das merkt man. Egal mit welchem Problem man sich gerade herumschlägt, du findest immer jemanden, der dir mit Freude zuhört und dich unterstützt.“

Neben den Gruppentreffen und den Workshops zu Zukunftsplanung und Entscheidungen nutzte Karolin die Chance und nahm ergänzend am EntrepreneurshipKompass* in Stuttgart teil: „Diese Veranstaltung war mein bisheriges Highlight in der Förderung. Ich habe dort nicht nur andere Stipendiatinnen und Stipendiaten aus ganz Deutschland getroffen, sondern vor allem gelernt, was es bedeutet, sich etwas Eigenes aufzubauen. Das Beste daran war, dass wir uns mit Gründerinnen und Gründern aus unterschiedlichsten Branchen austauschen konnten. Das waren unheimlich inspirierende Gespräche.“

Gruppenfoto Studienkompass der Regionalgruppe Oberbergischer Kreis
Workshop, Teilnehmende schreibt Notizzettel
Workshop: Teilnehmende rennen

Für alle, die gerade überlegen, ob der Studienkompass etwas für sie ist, hat Karolin eine klare Botschaft: „Ich kann eine Bewerbung nur empfehlen, da der Studienkompass eine super Möglichkeit ist, über sich selbst hinauszuwachsen und herauszufinden, was man nach der Schule wirklich machen will. Ich habe durch die Teilnahme einen konkreten Plan entwickeln können. Außerdem hat mir der Studienkompass Sicherheit und Orientierung gegeben. Das Programm wirkt gezielt Nachteilen und Wissenslücken entgegen, wenn man aus einem nichtakademischen Haushalt stammt und sich für ein Studium entscheidet.“

Jetzt heißt es, Chancen nutzen und sich bis zum 19. April 2026 online für den Studienkompass bewerben! Schülerinnen und Schüler können sich – wie Karolin – im Oberbergischen Kreis oder an einem der anderen Standorte online bewerben: Augsburg, Berlin, Dresden, Duisburg/Düsseldorf, Frankfurt am Main, Friesland/Wilhelmshaven, Hamburg, Heilbronn, Kiel, Paderborn, Rostock, Ruhrgebiet und Stuttgart.

 

*Der EntrepreneurshipKompass wurde zur Entrepreneurship Talent Academy weiterentwickelt und wird von der sdw in Kooperation mit der Karl Schlecht Stiftung durchgeführt.

Einfach mal machen. 

Meet Valentin Eckmann – Stipendiat des Studienförderwerks Klaus Murmann und des Aufbruchstipendiums der School of Transformation, der mit PowerPerspectives ein preisgekröntes Projekt aufgebaut und damit gezeigt hat, wie aus Eigeninitiative nachhaltige Wirkung entsteht. Im Interview spricht er über prägende Erfahrungen im Stipendium, Selbstwirksamkeit und den Weg von der Idee zur Auszeichnung.

Hi Valentin, wie bist du auf das Studienförderwerk Klaus Murmann aufmerksam geworden?

„Ich habe mich mit verschiedenen Begabtenförderungswerken beschäftigt und dabei gemerkt, dass die sdw inhaltlich und vom Selbstverständnis her am besten zu mir passen könnte. Dann habe ich mich einfach mal beworben und es hat geklappt!“

Welche Momente waren für dich während des Stipendiums besonders prägend?

„Über die Auslandsförderung konnte ich ein Semester auf Hawaiʻi verbringen. Dabei bin ich in die Welt der Marine Science eingetaucht. In Zusammenarbeit mit verschiedenen NGOs habe ich zum Thema Meeresplastik geforscht und begab mich auf mehrtägige Wanderungen in abgelegene Küstenregionen. Dabei habe ich viele neue Freunde kennengelernt und ein unvergessliches Abenteuer erlebt.

Ein weiteres Highlight war die Teilnahme an der National Model United Nations in New York mit der sdw-Delegation. Gemeinsam mit Freundinnen und Freunden aus der Stiftung sind wir sogar noch mehrere Wochen mit einem Camper durch den Nordosten der USA und Kanada gereist. Außerdem war ich auf zahlreichen Veranstaltungen europaweit und in vielen deutschen Städten. 

Das war zum einen beruflich prägend, da dieser Blick über den Tellerrand mich beispielsweise in den Vorstand des Bundesverbands Junge Energie geführt hat. Zum anderen sind auf der menschlichen Ebene teils sehr enge Freundschaften entstanden. Genau diese Kombination macht die Zeit für mich so besonders und hat mir gezeigt, wie sehr die Stiftung mich dazu ermutigt, Dinge einfach mal auszuprobieren und neue Chancen zu ergreifen.“

Wer oder was inspiriert dich in deinem Denken und Handeln und gibt es ein Motto, das dich antreibt?

Einfach mal machen. Natürlich nicht planlos in Aktionismus verfallen, aber das Momentum eines Neuanfangs, einer Idee nutzen. Ins Handeln kommen, statt alles ewig im Kopf zu drehen.“

Was ist eigentlich PowerPerspectives und wie kam es dazu?

„PowerPerspectives ist ein studentisches Projekt der Universität Stuttgart, in dem wir komplexe Themen der Energiewende für junge Menschen verständlich und wissenschaftlich fundiert aufbereiten. Das Projekt war auch Teil meines Aufbruchstipendiums der School of Transformation. Wir erstellen kurze, faktenbasierte Social-Media-Videos, die technische Zusammenhänge anschaulich erklären. Dabei verfolgen wir das Ziel, mehr Orientierung in energiepolitischen Debatten zu schaffen und fundiertes Wissen dort zugänglich zu machen, wo es sonst oft fehlt.

Die Idee entstand tatsächlich während einer Zugfahrt von Stuttgart nach Hamburg. Ich habe mich gefragt, wie wir als Studierende auf den wachsenden Fachkräftemangel in der Energiewende reagieren und dabei gleichzeitig der Kritik an klimafreundlichen Technologien entgegentreten können. Außerdem hatte ich durch frühere Kurzfilmprojekte und meine Ambitionen aus Schulzeiten, Filmmusiker zu werden, bereits einen starken Bezug zu audiovisuellen Formaten. Durch PowerPerspectives wurde mir klar, dass wir dort anknüpfen müssen, wo die Diskussionen tatsächlich stattfinden.“

Was hat dich während deines Projekts besonders geprägt?

„Für mich steht dabei ganz eindeutig das Thema Selbstwirksamkeit im Zentrum. Ich habe mich gefragt, wie ich mein persönliches Interesse mit gesellschaftlichem Nutzen verbinden kann. Daraus ist ein Projekt entstanden, das mir im Nachhinein mehr Türen geöffnet hat, als ich es mir je erträumt hätte.

Im Rahmen von PowerPerspectives war ich zwei Wochen auf Recherchereise in Norwegen. Dort durfte ich mein Projekt auf zwei großen Branchentreffen auf der Bühne vorstellen und habe dadurch nicht nur Kooperationsanfragen, sondern auch diverse Jobangebote erhalten. Außerdem bin ich durch die Menschen, die ich über das Projekt kennengelernt habe, auf das Energiereporter-Programm der Stiftung Energie und Klimaschutz aufmerksam geworden und habe in den vergangenen Jahren mehrere Beiträge dafür veröffentlicht. Heute betreue ich im Rahmen von PowerPerspectives sogar eine Lehrveranstaltung an meiner Universität.

All das wäre nicht passiert, wenn ich vor zwei Jahren nicht angefangen hätte, an dieser Idee zu arbeiten und selbst die Initiative zu ergreifen.“ 

Welche Learnings nimmst du mit oder was würdest du rückblickend anders machen?

„Meine größte Lernkurve lag klar in der Führungsrolle. Für mich war es neu, nicht nur für ein Projekt, sondern auch für Menschen und ihre Prozesse Verantwortung zu übernehmen – und gerade am Anfang war das durchaus herausfordernd. Besonders herausfordernd war es, mehrere Teilprojekte gleichzeitig zu koordinieren, obwohl ich nicht in allen Themen inhaltlich tief eingebunden war.

Rückblickend hätte ich früher mehr Struktur schaffen sollen. Das habe ich später bewusst nachgeholt, indem ich Abläufe klarer definiert und gezielt Werkzeuge eingesetzt habe.“

Für das Projekt PowerPerspektives wurdest du für den Nachhaltigkeitspreis der Universität Stuttgart nominiert. Wie war der Moment für dich, als du den Preis überreicht bekommen hast? 

„Ich dachte mir nur ‚wow‘. Auch wenn ich PowerPerspectives von Anfang an aus eigenem Antrieb vorangebracht habe, bedeutet diese Form der Wertschätzung wirklich viel.

Zu sehen, dass die viele Arbeit, die in dem Projekt steckt, von meiner Universität im Rahmen einer offiziellen Auszeichnung für nachhaltiges Engagement anerkannt wird, macht mich stolz und bestärkt mich, das Projekt weiter voranzutreiben.

Ich hatte schon vorher das Gefühl, dass PowerPerspectives auf offene Ohren stößt, aber die Auszeichnung hat das Projekt für potenzielle Kooperationspartner noch einmal deutlich attraktiver gemacht.“

Wie geht es für dich und dein Projekt nach dem Erhalt des Nachhaltigkeitspreises weiter?

„PowerPerspectives war für uns nie als Projekt auf Zeit gedacht. Umso mehr freut es uns, dass es ab dem kommenden Semester an unserer Universität als Modul belegt werden kann. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, denn wir hoffen, dass das Projekt langfristig im Lehrplan verankert bleibt und von neuen Studierendengenerationen weiterentwickelt wird.

Inhaltlich geht es aktuell mit vielen neuen Videoprojekten weiter. Sie beschäftigen sich beispielsweise mit Pumpspeicherkraftwerken und Naturschutz, Offshore-Windenergie und vielen weiteren Themen. Außerdem betreue ich derzeit fünf Studierende in ihren individuellen Projekten und ich merke einfach, wie viel Dynamik darin steckt. Erst im Januar waren wir gemeinsam bei einem Pumpspeicherkraftwerk in Österreich.“

Hast du einen Tipp für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber, die am Anfang ihres Studiums stehen?

„Mein Tipp ist, sich einfach ins kalte Wasser zu trauen. Das heißt, bewusst die eigene Komfortzone zu verlassen und das eigene Glück herauszufordern. Sei es durch ein Auslandssemester, einen Bühnenauftritt oder einen Pitch, bei dem man zunächst zögert.

Das sind die Momente, in denen man sich traut, Neues auszuprobieren. Sie bieten meiner Meinung nach die größten Chancen, die eigenen Stärken zu entdecken und daran zu wachsen. Dabei spielt das Umfeld eine riesige Rolle. Gerade in der sdw habe ich an meinen Peers entdeckt, was alles möglich ist.“

Vielen Dank, lieber Valentin, für das motivierende und spannende Gespräch. Wir freuen uns solche Talente wie dich in der Förderung zu haben und wünschen dir für deine kommenden Projekte weiterhin viel Erfolg und alles Gute!

Valentin Eckmann hält einen Vortrag.
Foto: Marc Wiegelmann/Omexom
Valentin Eckmann lächelt in die Kamera.
Foto: privat