Mit Leidenschaft und Geduld für das Handwerk

Wer kann von sich behaupten, Selena Gomez eingekleidet zu haben?

Unser Stipendiat Jeff Mandres bringt Hollywood-Glamour zu TidA – das Stipendium für Talente in der Ausbildung. Er hat die US-Schauspielerin und Sängerin Selena Gomez zwar nicht persönlich getroffen, aber er durfte ein Lookalike ihres Oscarkleids für ihre Wachsfigur im Madame Tussauds in Berlin anfertigen. Damit beweist Jeff in seiner Ausbildung, dass das Handwerk Kreativität und Können wunderbar vereint.

Stipendiat präsentiert das maßgeschneiderte Kleid
Foto: privat

Zurzeit macht Jeff eine Ausbildung zum Maßschneider im Atelier Pink Passion, welches öfters Aufträge für Madame Tussauds Berlin ausführt. So durfte er bereits beim Outfit von RuPaul mitwirken, hat Näharbeiten übernommen und den Stoff designed. Beim Kleid für Selena Gomez war er am gesamten Prozess beteiligt – vom Stoffdesign bis zum Verzieren – und konnte sich mit seinen Ideen und Können einbringen. „Das Kleid ist mit Liebe zum Detail entstanden und ich habe viel Zeit in die sorgfältige Ausarbeitung investiert. Besonders Spaß hatte ich beim Hotfixen, als ich etwa 10.000 Swarovski-Steinchen am Kleid ankleben durfte. Fünf Tage habe ich an diesem Schritt gearbeitet. Aber es ist eine sehr meditative Tätigkeit, bei der man schnell Resultate sieht“, erzählt Jeff über den Entstehungsprozess.

Jeff brennt für seinen Ausbildungsberuf und bringt sich mit der gleichen Begeisterung in das Stipendienprogramm ein. „TidA bietet mir die Möglichkeit, meine Leidenschaft für das Maßschneider-Handwerk und die Ausbildung sichtbar zu machen und gesellschaftlich mehr Wertschätzung dafür zu schaffen. Ich möchte TidA als Plattform nutzen, um Karrierewege alternativ zum Studium aufzuzeigen und die Bedeutung von Ausbildungsberufen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.“

Wir gratulieren Jeff herzlich zu seiner ersten Maßanfertigung. Und wer sich selbst von diesem kunstvollen Handwerk überzeugen möchte, kann demnächst das Kleid bei Madame Tussauds in Berlin bestaunen!

TidA – das Stipendium für Talente in der Ausbildung führen wir in Kooperation mit der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) durch.

Studium mit Kindern – Zukunft gestalten

Wie ein Stipendium Freiräume schafft, Potenziale stärkt und Wege eröffnet.

Wenn Familienleben und Masterstudium aufeinandertreffen, braucht es mehr als gutes Zeitmanagement: Es braucht Rückhalt, Flexibilität und Menschen, die an einen glauben. Genau das hat Nils Felber durch sein Stipendium bei der sdw erfahren. Sein Weg zeigt eindrücklich, wie wertvoll eine Studienförderung sein kann – gerade für Studierende mit Kindern.

Nils ist seit Oktober 2024 Stipendiat unserer Nachwuchsinitiative chancengerechte Kitas (NicK). Er studiert im Master Empirische Bildungsforschung an der Uni Kassel, lebt aber in Weimar. Zu Beginn von Studium und Förderung war er noch Teil einer Patchworkfamilie mit seiner Frau und sechs Kindern. Seit dem zweiten Semester sind die beiden getrennt. Die Verantwortung für ihre drei gemeinsamen Kinder – zehn Jahre alte Zwillinge und eine fünfjährige Tochter – teilen sie sich weiterhin. Die ersten zwei Semester waren für Nils besonders herausfordernd: Viele Veranstaltungen fanden in Präsenz statt, sodass er regelmäßig zwischen Weimar und Kassel pendeln musste. Heute läuft vieles digital, was den Alltag erleichtert. Trotzdem jongliert er mit Studienanforderungen, Leistungsdruck und dem Familienmanagement.

Stipendiat Nils
Foto: privat

Rückhalt und Rückenwind durch die sdw

Im ersten Semester übernahm während seiner Abwesenheit Nils‘ Frau die Kinderbetreuung. Seit der Trennung teilen sie sich die Betreuung – das heißt eine Woche mit Kindern, eine Woche ohne. In der Kinderzeit bleibt neben Familie, Haushalt und Alltagsaufgaben oft nur wenig Raum fürs Studium. Die kinderfreie Woche nutzt er dafür umso intensiver. Neben Unterstützungsangeboten seiner Uni – wie Fristverlängerungen, „Leih-Nannys“ und psychosozialer Beratung – ist für Nils die Förderung durch die sdw entscheidend. „Die sdw gibt mir die Chance, meine Potenziale zu entfalten“, erzählt er. Das Stipendium gebe ihm Rückhalt und Sicherheit – gerade auch in der Zeit der Trennung. Seine Regionalbetreuerin reagierte sofort auf seine private Situation und bot flexible Lösungen an. Auch individuelles Coaching im Rahmen der NicK-Förderung habe ihm sehr geholfen. Besonders wichtig ist für Nils aber auch das Netzwerk der sdw: „Hier fühle ich mich aufgefangen, wertgeschätzt und inspiriert.“ Die parteipolitische Unabhängigkeit der sdw sei dabei ein Geschenk. Denn so kommen die vielfältigsten Menschen zusammen und alle eint der Wille, Verantwortung zu übernehmen und etwas in der Welt zu verändern.

Zwei Herzensprojekte

Nils hat eine klare Vision: Er möchte sogenannte „Entwicklungsgemeinschaften“ erforschen und fördern – Orte, an denen Menschen gemeinsam wachsen und wirken können. Auf Veranstaltungen der sdw erhält er dafür wertvolle Impulse. So inspirierten ihn die letzten Wissenschaftstage so sehr, dass er direkt ins Orgateam für die kommenden eingestiegen ist. Hierbei soll der Fokus folgerichtig auf starken Bildungsbiographien mit Impact auf die Gesellschaft liegen, also der Frage, wo man insbesondere auch aus der Forschung heraus aktiv mehr bewegen kann.

Für Nils sind in seiner aktuellen Lebensphase zwei Dinge besonders wichtig: Privat möchte er seine Kinder dabei begleiten, zu selbstbewussten Menschen heranzuwachsen. Beruflich möchte er einen Weg gehen, auf dem er die Gesellschaft mitgestalten und etwas zurückgeben kann. Die sdw sei dafür, so Nils, ein guter Wegbereiter und -begleiter.

Studierende aller Fachrichtungen können sich bis zum 3. März 2026 für unser Stipendium im Studienförderwerk Klaus Murmann  bewerben.

Stipendiat Nils schreibt am Laptop, während Kinder am Tisch spielen.
Foto: privat
Ein Kind am Computer.
Foto: privat

Unsere Studienförderwerks-Stipendiatin Kati Unger hat von 2018 bis 2024 Primare und elementare Bildung mit Nebenfach Anglistik für das Schulfach Englisch an der Universität Erfurt studiert. Zwischen Bachelor und Master hat sie 2021 ihre Tochter bekommen – ein bewusster Schritt, der ihr Leben veränderte. Ein Jahr Elternzeit folgte, danach stieg sie wieder schrittweise ins Studium ein. Heute arbeitet sie an ihrer Promotion zum Thema Kinderschutz als Anforderung und Ressource von Lehrkräften. Im Interview erzählt Kati, wie sie Prüfungsstress, Promotionsprojekt und Familienalltag unter einen Hut bringt.


Zwischen Kita-Schließzeit und Promotionskapitel

Die größte Herausforderung sei die Alltagsorganisation, erzählt sie: „Nicht nur organisatorisch, sondern auch mental.“ Ohne familiäres Netzwerk vor Ort müssen sie und ihr Partner alle Verpflichtungen präzise abstimmen. Krankheiten, spontane Schließzeiten oder einfach die Doppelbelastung von Studium und Muttersein erfordern Flexibilität – und mentale Stärke. Sie habe gelernt, in den kurzen, konzentrierten Arbeitsphasen sehr effizient zu sein und auch Perfektionismus loszulassen.

Familiengründung mitten im Studium

Die Entscheidung für ein Kind fiel bewusst zwischen Bachelor und Master. „Für mich war es der richtige Zeitpunkt“, sagt Kati. „Ich konnte den Master ein Semester später und Schritt für Schritt beginnen und nach einem Jahr Elternzeit wieder voll einsteigen.“ Auch für ihre berufliche Zukunft erscheint ihr dieser Weg vorteilhaft: Wenn sie nach der Promotion in den Beruf einsteigt, ist ihre Tochter bereits in einem Alter, in dem sich Abläufe leichter gestalten lassen.

Sorgenfreiheit durch das sdw-Stipendium

Das Stipendium im Studienförderwerk beschreibt Kati als „Sicherheitsnetz“. Es nimmt finanziellen Druck, da sie keinen Nebenjob braucht und die Kindergartenzeit ihrer Tochter komplett für ihre Promotion nutzen kann. Dazu kommt das starke Netzwerk der sdw – fachlich wie persönlich. Besonders wertvoll für ihr Forschungsprojekt seien die Kontakte aus den unterschiedlichen Bereichen, da Kinderschutz interdisziplinär gedacht werden muss.

Dank des Stipendiums blickt Kati entspannt und hoffnungsvoll auf ihre Zukunft, auch weil sie durch die Förderung Zugang zu Kontakten und Möglichkeiten bekommen hat, die sie ohne die sdw sicherlich nicht gehabt hätte: „Das gibt mir nicht nur Rückenwind für meine Promotion, sondern auch das Gefühl, dass sich für meine berufliche und persönliche Entwicklung Türen öffnen können, an die ich so vielleicht gar nicht denke.“

Lernen fürs Leben

Aus der Kombination von Studium und Muttersein habe sie vor allem eines gelernt: Prioritäten zu setzen und sich selbst dabei nicht zu vergessen. Kommunikation sei dabei der Schlüssel – insbesondere im Austausch mit ihrem Mann. Ein großes Vorbild war ihre Masterarbeitsbetreuerin, die mit Kindern promoviert hat. Das hat ihr Mut gemacht, diesen Weg zu gehen. Auch ihr Promotionsbetreuer habe von Beginn an Vertrauen in ihre Forschungsidee gesetzt und ihr den Weg erleichtert.

Was Hochschulen ändern sollten

Damit Eltern besser studieren können, wünscht Kati sich mehr Flexibilität: priorisierte Seminarplatzvergabe, familienfreundliche Abläufe und Verständnis bei Terminverschiebungen. Ihr Studium fiel in die Pandemiezeit. Positiv für sie als Jongleurin von Studium/Promotion und Familienmanagement war, dass hier viele digitale Angebote entstanden sind: „Präsenzseminare sind wertvoll, aber die Online-Lehre hat meinen Studienalltag als Mutter auf jeden Fall erleichtert.“

Katis Erfahrungen zeigen eindrücklich, dass Studium, Kind und Promotion kein Widerspruch sein müssen – sondern mit guter Organisation, starker Kommunikation, einem gesunden Mindset und der Unterstützung durch ein Stipendium zu einem Weg voller Chancen werden.

Porträt-Aufnahme von Stipendiatin Kati
Foto: privat
Stipendiatin Kati mit Kind
Foto: privat
Abschluss-Bild von Stipendiatin Kati
Foto: privat

Unternehmen ist das Gegenteil von Unterlassen. Dieses Motto prägt nicht nur die School of Transformation, unser jüngstes Zusatzprogramm im Studienförderwerk Klaus Murmann, sondern auch das Denken und Handeln unserer Stipendiatin Julia Zeidler, die mit ihrem Projekt WIRksam zeigt, wie viel Kraft in Gemeinschaft steckt.

Im Gespräch erzählt sie, wie sie durch die sdw den Mut fand, ihre Ideen Wirklichkeit werden zu lassen – und warum „wirksam sein“ für sie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Vertrauen zu schaffen und einfach anzufangen.

Wie bist du auf die sdw aufmerksam geworden und was hat dich an der School of Transformation besonders fasziniert?

„Das erste Mal bin ich 2016 auf einer Stipendienmesse in Gießen auf das Studienförderwerk Klaus Murmann aufmerksam geworden. Ich habe mich tatsächlich aber erst Jahre später, 2021, beworben – nachdem mein Partner in die Förderung aufgenommen wurde und ich durch erste Veranstaltungen und Gespräche mit Stipendiatinnen und Stipendiaten gespürt habe, wie viel Energie und Gestaltungswille in diesem Netzwerk steckt.

Die School of Transformation hat mich sofort begeistert, weil sie die zentralen Fragen und Sorgen unserer Generation ernst nimmt und zugleich den Anspruch hat, daraus gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Ich mag das Motto „Unternehmen ist das Gegenteil von Unterlassen“, weil es genau diesen Geist trifft: nicht abwarten, sondern selbst handeln. Die School of Transformation ermutigt, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und mit einem eigenen Projekt die Welt ein Stück zu verändern. Mich aktiv einzumischen, gibt mir ein Gefühl von Selbstwirksamkeit und Zuversicht sowie das Vertrauen, dass man nicht allein ist und auch kleine Schritte Wirkung entfalten können. Und den Mut, weiterzumachen, selbst wenn man manchmal gegen Windmühlen kämpft.“
 

Du hast mit WIRksam bereits ein eigenes Projekt gegründet. Was war der Auslöser für diese Idee – und welche Vision verbirgt sich hinter dem, was ihr mit WIRksam erreichen möchtet?

„Die Idee zu WIRksam entstand, als ich auf Instagram die Geschichte eines kleinen Dorfes im Hunsrück sah: Weil sie vom Land Rheinland-Pfalz keine 500 Euro für Weihnachtsbeleuchtung bekamen, beschlossen sie, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Heute stehen dort Windräder, Kitaplätze sind kostenlos, und das Dorf hat Rücklagen in Millionenhöhe. Diese Geschichte hat mich nicht mehr losgelassen, weil sie zeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen. Mit WIRksam wollen wir genau bei solchen Beispielen ansetzen: Wir möchten Strukturen schaffen, die gemeinsame Transformation dauerhaft ermöglichen. Als ersten Schritt schreiben wir eine Transformationschallenge aus, auf die sich Gruppen mit einer Projektidee bewerben können. Drei von ihnen bekommen die Möglichkeit, mit Finanzierung und unserer Unterstützung ihr Projekt innerhalb von vier bis acht Wochen umzusetzen. Unsere Vision ist, dass sich solche Gruppen zu lokalen WIRksam Clubs zusammenschließen und ein überregionales Netzwerk bilden. Wir stellen Materialien und relevante Ressourcen wie finanzielle Fördermöglichkeiten oder technische Infrastruktur bereit und die lokalen Gruppen setzen vor Ort selbstständig Projekte um. So entsteht eine WIRksam-Community, in der Menschen voneinander lernen, sich gegenseitig helfen und gemeinsam ihren Lebensraum und -alltag gestalten. Das ‚WIR‘ in WIRksam steht dabei für die Kraft der Gemeinschaft: dafür, dass man auch mit unterschiedlichen Meinungen viel erreichen kann, wenn man sich auf gemeinsame Ziele verständigt. Damit wirkt WIRksam nicht nur lokal, sondern auch gesellschaftlich und als Gegenpol zu spaltenden Narrativen, die heute viele Demokratien herausfordern. Mehr zu WIRksam und zur Transformationschallenge unter https://wirk-sam.org/ .

Ich habe die Überzeugung, dass wir die großen Fragen unserer Zeit nicht allein lösen können, aber gemeinsam viel mehr bewirken, als wir oft denken. Genau wie die sdw junge Menschen stärkt, möchten wir mit WIRksam zeigen, wie viel Gestaltungskraft in Gemeinschaft steckt, wenn Vertrauen, Verantwortung und Tatendrang zusammenfinden.“

Let’s bring it together: Inwiefern hilft dir das Stipendium in Bezug auf dein Projekt WIRKsam?Was aus deiner Förderzeit konntest du bereits auf dein Projekt anwenden? Oder andersrum gefragt: Inwiefern hat deine bisherige Erfahrung dir im Stipendium weitergeholfen?

„Es ist schwer, einzelne Punkte herauszugreifen, weil eigentlich meine gesamte Zeit in der sdw zu WIRksam beigetragen hat. Ohne die finanzielle Unterstützung wäre das Projekt in dieser Form gar nicht möglich: Sie gibt mir den Freiraum, Dinge einfach umzusetzen – eine Website zu hosten, Software zu nutzen, Prototypen zu entwickeln – ohne jedes Mal zu überlegen, ob ich mir das leisten kann. Das ist unglaublich befreiend und macht kreatives Arbeiten erst wirklich möglich.

Mindestens genauso prägend waren aber die Menschen und Veranstaltungen, die ich durch die sdw getroffen und besucht habe. In Seminaren wie der Entrepreneurship Academy oder der Start-up-Werkstatt habe ich gelernt, wie man Ideen strukturiert, Projekte agil weiterentwickelt und auch mal scheitert, um daraus zu lernen. Dieses Wissen fließt direkt in WIRksam ein, wenn wir Pilotphasen planen oder Feedback aus Gemeinden einholen, um unser Konzept weiterzuentwickeln.

Was mich aber am meisten geprägt hat, ist der Mut, Dinge einfach auszuprobieren. Die sdw ist ein Raum, in dem man experimentieren oder anecken darf und trotzdem Unterstützung bekommt. Diese Haltung hat mich befähigt, WIRksam überhaupt zu starten und dranzubleiben, auch wenn nicht alles von Anfang an durchdacht war. Und umgekehrt hat mir WIRksam geholfen, meine Rolle in der sdw noch aktiver zu gestalten: Ich bringe die Erfahrungen aus dem Projekt in Fachgruppen, Workshops und Diskussionen ein und merke immer wieder, wie viel Kraft entsteht, wenn man Wissen teilt und gemeinsam etwas aufbaut. Besonders schön ist es, meine Erfahrungen an jüngere Stipendiatinnen und Stipendiaten weiterzugeben oder sie bei der Umsetzung ihrer eigenen Ideen zu unterstützen. Denn genau darin zeigt sich für mich, was ‚wirksam sein‘ im eigentlichen Sinne bedeutet.“

Welcher Moment aus der Förderung war besonders prägend für dich und warum?

„Es gibt keinen einzelnen Moment, der für mich heraussticht. Vielmehr ist es dieses ganz besondere ‚sdwlerinnen- und sdwler-Phänomen‘, das mich immer wieder geprägt hat und bis heute verblüfft. Wenn man sich auf einer Veranstaltung begegnet, entsteht sofort ein Gefühl von Vertrauen und Vertrautheit, das ich so in keinem anderen Umfeld erlebt habe. Es ist, als würde man sich schon ewig kennen und gleichzeitig inspiriert jede Begegnung aufs Neue.

Man trifft Menschen, die alle auf ihre eigene Weise ‚krass‘ sind, viel erreicht haben, etwas bewegen wollen und sich gegenseitig in ihrer Begeisterung bestärken, anstatt sich zu vergleichen oder neidisch zu sein. Diese Mischung aus Leistungsbereitschaft, Offenheit und ehrlichem Interesse schafft eine Atmosphäre, in der man über Herausforderungen genauso offen sprechen kann, wie über Erfolge und dabei immer auf Augenhöhe bleibt. Mit sdwlerinnen und sdwlern kann ich leidenschaftlich diskutieren, völlig gegenteiliger Meinung sein und zehn Minuten später lacht man und trinkt gemeinsam ein Bier. Dieses Miteinander ist für mich wie eine zweite Familie. Ein Raum, in dem man sich sofort zugehörig fühlt, verstanden wird und nie das Gefühl hat, sich verstellen zu müssen.“
 

Warum sollten sich andere bei der sdw bewerben?

Weil die sdw weit mehr ist als eine finanzielle Unterstützung – auch wenn genau diese Freiheit unglaublich wertvoll ist. Aber das eigentlich Entscheidende ist die ideelle Förderung: die Begegnungen und Räume, die die sdw schafft. Die sdw stärkt dich darin, Verantwortung zu übernehmen, deinen Weg zu finden und mutig neue Wege zu gehen, auch wenn du noch nicht weißt, wo sie hinführen. Sie bringt Menschen zusammen, die etwas bewegen wollen, ohne sich gegenseitig zu übertrumpfen.

Wer bereit ist, sich zu hinterfragen und über sich hinauszuwachsen, ist hier genau richtig. Die sdw ist ein Ort für Menschen, die sich auf den Weg machen wollen, etwas zu bewegen und sich nicht nur auf die Geradlinigkeit ihres Lebenslaufs konzentrieren.“
 

Ein Tipp oder Rat von dir an potenzielle Bewerberinnen und Bewerber oder auch an Gründerinnen und Gründer?

„Mein Tipp an Bewerberinnen und Bewerber:

1. Bewerbt euch! Ganz egal, ob ihr glaubt, eine Chance zu haben oder nicht. Geht rational ran und fragt euch: Was ist der Worst Case, wenn ich abgelehnt werde? Und die Antwort wird sein: Ihr habt vorher kein Stipendium und danach auch keines – ihr könnt also nur gewinnen. Daran erinnere ich mich immer, wenn ich vor einer Bewerbung stehe, und es hilft jedes Mal!

2. Denkt daran: Ein Stipendium ist keine Belohnung für gute Noten oder vergangene Leistungen, sondern ein Vertrauensvorschuss in euch als Person und in das, was ihr einmal sein und bewirken werdet. Überlegt euch also: Wer möchte ich sein, was möchte ich tun und warum? Je ehrlicher und konkreter ihr darauf antwortet, desto überzeugender seid ihr. Verstellt euch nicht! Es geht nicht darum, eine vermeintlich perfekte Rolle zu spielen, sondern darum, authentisch eure wahre Persönlichkeit und eure Träume zu zeigen.

Mein Tipp an Gründerinnen und Gründer – oder eigentlich fürs Leben:
Scheitern ist das Normalste der Welt. Nur wer bereit ist, Fehler zu machen, kann wirklich lernen und wachsen. Das ist meine Erkenntnis als Bildungswissenschaftlerin und meine Erfahrung als Gründerin. Traut euch, Risiken einzugehen, Dinge auszuprobieren und zwischendurch neu zu justieren. Die meisten guten Ideen entstehen nicht, weil jemand alles richtig oder nach Plan gemacht hat, sondern weil jemand mutig genug war, einfach anzufangen.“

Ein Bild von Julia Zeidler.
Foto: privat

Mentoring ist keine Einbahnstraße

TidA-Stipendiatin Fiona und Mentor Marc sind sich einig: Durch ihren Austausch und die gemeinsame Reflektion entsteht ein Lernprozess, der beide Seiten stärkt.

„Meine beiden Mentees sind sehr reflektierte, smarte und engagierte Menschen – insofern ist jedes Gespräch auch immer für mich eine Bereicherung!“ Mentor Marc Oliver Nickel, Jurist und Alumnus des Studienförderwerks Klaus Murmann

„Wir profitieren beide: Ich lerne Schritt für Schritt, Verantwortung zu übernehmen und Marc bekommt spannende Einblicke in die Sichtweisen der jüngeren Generation.“ Mentee Fiona Wirtz, TidA-Stipendiatin und Werksfeuerwehrfrau in Ausbildung

Durch TidA – das Stipendium für Talente in der Ausbildung haben Fiona und Marc zusammengefunden. Fiona ist aktuell Stipendiatin und steckt in der Ausbildung zur Werkfeuerwehrfrau beim Flughafen Düsseldorf, während Marc in Jura promoviert und das Social-Start-up Invest it e.V. gegründet hat. Als Alumnus hat Marc durch sein eigenes Stipendium im Studienförderwerk erfahren, wie hilfreich gezielte Unterstützung auf dem Bildungsweg sein kann: „Es gibt vermutlich wenige Dinge in meinem Leben, die meinen beruflichen und persönlichen Weg so stark mitbestimmt haben wie mein Stipendium durch die sdw. Mir ist es deshalb ein großes Anliegen, etwas an das Netzwerk der sdw zurückzugeben – TidA ist eine tolle Gelegenheit hierfür. Der Austausch mit meinen Mentees bereitet mir große Freude.“ Denn Marc begleitete neben Fiona noch ein weiterer TidA-Stipendiat und bringt sich mit seiner Offenheit und Leidenschaft in die Gespräche ein. „Wenn man merkt, dass man einen guten Impuls geben konnte oder sich eine neue Perspektive eröffnet, ist das für beide Seiten großartig.“

In regelmäßigen Abständen treffen sich Fiona und Marc online, da sie nicht in der gleichen Stadt leben. Sie nutzen diese Gespräche, um über Fionas Wunschthema Finanzen zu sprechen und um gemeinsam nächste Schritte zu planen. „Momentan beschäftigen wir uns intensiv mit den Grundlagen der Aktienmärkte und den Strategien. Wir haben uns als gemeinsames Ziel vorgenommen, dass Fiona am Ende die Finanz- und Aktienwelt sicherer versteht, eigenständig Informationen bewerten und Entscheidungen treffen kann“, erzählt Marc über ihren regelmäßigen Austausch. Auch Fiona hat durch die ersten Monate bereits vieles mitgenommen: „Ich schätze besonders, dass ich jemanden an meiner Seite habe, der mir gezielt helfen kann und sich ausdrücklich um meine Fragen und Probleme kümmert. Marc nimmt sich Zeit, auf meine Fragen einzugehen, sein Wissen zu teilen und mich Schritt für Schritt zu begleiten. Das Mentoring hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Finanzen richtig und nachhaltig zu verwalten. Ich habe dadurch mehr Sicherheit im Umgang mit Geld gewonnen und einen klareren Blick auf meine Zukunft entwickelt.“

Willst du dich auch als Mentorin oder Mentor engagieren? Melde dich unter tida@sdw.org!

Ein Coverbild von TidA-Stipendiatin Fiona und Mentor Marc.
Fotos: privat, Sebastian Woithe/sdw, privat

Offenheit, Gemeinschaft und Engagement – das sind die Werte, die unsere Stipendiatin Eva mit der sdw verbindet. Seit Beginn ihres Studiums hat sie durch die Förderung nicht nur neue Perspektiven gewonnen, sondern auch gelernt, über sich selbst hinauszuwachsen. In Seminaren und Begegnungen mit anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten hat sie Hemmungen abgelegt, geht heute viel offener auf Menschen zu und spricht mit Leichtigkeit vor Gruppen – eine Stärke, die ihr auch als Fußballtrainerin zugutekommt.

Was sie anderen mitgeben möchte? Sich einfach trauen, den ersten Schritt zu gehen. Denn die sdw sucht keine perfekten Lebensläufe, sondern Menschen mit Haltung, Engagement und Neugier.

Wie bist du auf das Studienförderwerk Klaus Murmann aufmerksam geworden?

„Ich habe mich zu Beginn meines Bachelor-Studiums mit einigen Stipendien beschäftigt, da eine Freundin von mir ein Stipendium von einem anderen Förderwerk erhalten hatte. Dann habe ich mich im Internet informiert und bin auf die sdw und das Studienförderwerk Klaus Murmann gestoßen.“

Wie hilft dir das Stipendium in Bezug auf deinen weiteren Lebensweg und welche Erkenntnis nimmst du daraus für dich mit?

„Das Stipendium hat mir in den vergangenen Jahren bereits sehr geholfen. Finanziell steht es mir aufgrund der Förderung frei, ob ich einen Job ausüben oder mich vollkommen auf mein Studium konzentrieren möchte. Die Seminare bringen einen immer wieder aus der eigenen Komfortzone, was mir natürlich privat wie beruflich sehr zugutekommt. Inzwischen war ich so oft auf Seminaren und Veranstaltungen, ohne jemanden dort zu kennen, dass ich es fast schon gewöhnt bin – das führt zwangsläufig dazu, dass man offener auf andere Menschen zugeht und tiefere Verbindungen aufbauen kann. Außerdem habe ich nun kaum noch Hemmungen, vor Gruppen zu sprechen. Das ist eine Fähigkeit, die mir in meinem Alltag als Fußball-Trainerin definitiv weiterhilft. Obwohl ich mich beruflich eher in Richtung Sport orientieren möchte, ist es mir enorm wichtig, ein diverses Netzwerk aufzubauen, welches sich über mehrere Branchen und Berufsfelder erstreckt. Die sdw ist dabei die perfekte Möglichkeit, Menschen aus allen Bereichen kennenzulernen!“

Welcher Moment aus der Förderung war besonders prägend für dich und warum?

„Ich durfte letztes Jahr mehrere Tage in Bonn auf einem Seminar zu Führung und Selbstführung verbringen. Im Rahmen dieser Veranstaltung habe ich eine Woche lang eine Führungskraft auf dem Filmset einer Streaming-Serie begleitet und konnte mir Einblicke in die Führungsmuster einer Produzentin verschaffen. Niemals wäre ich ohne die sdw in diese Situation kommen. Die Zeit am Set war eine der interessantesten Wochen, die ich während meines Studiums hatte – vor allem, weil ich absolut nichts mit Fernsehproduktionen am Hut habe.“

Warum sollten sich andere bei der sdw bewerben und welchen Tipp gibst du ihnen mit?

„Die sdw ist eine einzigartige Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und Menschen kennenzulernen, die auf einem ähnlichen Weg sind! Die Treffen mit der Regionalgruppe und die Präsenzseminare haben mir nicht nur persönlich sehr weitergeholfen, sondern ich habe dort auch einige sehr gute Freunde gewinnen können. Die meisten davon hätte ich wohl in meinem ‚normalen‘ Leben nie kennengelernt. Die sdw gibt einem außerdem die Möglichkeit, sich auf seine eigenen Leidenschaften und Interessen zu konzentrieren!

Der erste Schritt in der Bewerbung ist es, sich zu trauen! Viele junge Menschen denken, sie haben kein Stipendium verdient, weil sie keine perfekten Noten im Abitur hatten oder keinen ‚optimalen Weg‘ nach der Schule gegangen sind. Aber es geht um so viel mehr als nur um Noten – die Aufnahme in ein Studienförderwerk kann auch auf individuellen Kriterien beruhen, wie z. B. einem Ehrenamt oder Erfahrungen im Entrepreneurship. 

Der Bewerbungsprozess ist eine Möglichkeit für die Bewerbenden, zu zeigen, wofür sie sich wirklich interessieren und wofür sie in ihrer späteren Karriere einstehen wollen. Zeigt deswegen so viel von eurer Persönlichkeit, von euren Zielen und Werten, wie nur möglich. Außerdem solltet ihr euch vor euren Gesprächen gut über aktuelle politische oder gesellschaftliche Themen und Strömungen informieren und bereit sein, Fragen dazu zu beantworten.“

Foto: privat

Auf Augenhöhe gemeinsam wachsen

Mentoring bei TidA – das Stipendium für Talente in der Ausbildung

Eine Ausbildung bedeutet nicht nur Lernen im Betrieb und in der Berufsschule, sondern ist ein neuer Lebensabschnitt mit vielen unbekannten Herausforderungen. Deswegen stehen unseren Stipendiatinnen und Stipendiaten bei TidA – das Stipendium für Talente in der Ausbildung ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren zur Seite. Eines dieser Tandems bilden Stipendiat Jan und Mentor Florian. Sie treffen sich regelmäßig online, um zu schauen, an welchen Punkten sich Jan Unterstützung wünscht.

 „Für mich ist Mentoring kein Belehren, sondern ein Dialog auf Augenhöhe! Wenn Jan nach dem Call weiß, womit er anfangen kann – und es sich für ihn stimmig anfühlt – war’s ein gutes Treffen.“ Mentor Florian Athens, Chief of Staff bei POMA AI

„Ich schätze Florians offene Art. Er hört zu, ohne zu beurteilen, auch bei sehr persönlichen Themen.“ Mentee Jan Rasmus Klasen, TidA-Stipendiat und Kaufmann für Tourismus und Freizeit in Ausbildung

Während Jan mitten in seiner Ausbildung zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit bei Visit Düsseldorf steckt, kommt Florian aus der beruflichen Bildung. Er bringt viele Jahre Erfahrung als Lehrkraft mit und arbeitet seit Kurzem bei einem Start-up, das sich auf KI-Anwendungen spezialisiert hat. Nebenbei engagiert er sich als Mentor bei TidA – aus Überzeugung: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie hilfreich Begleitung in Übergangsphasen sein kann.“

Da Jan und Florian in verschiedenen Städten leben – Berlin und Düsseldorf – laufen ihre Treffen digital ab. Im Sommer, während Jans Urlaub in Berlin, konnten sie sich persönlich zum Frühstücken und Quatschen treffen. Der ehrliche Austausch und das Gespräch auf Augenhöhe stehen bei all ihren Treffen an oberster Stelle. Den Inhalt legt Jan fest: „Meist habe ich schon ein Thema im Kopf, das ich mit in die Gespräche nehme, wie zum Beispiel Zeitmanagement oder Finanzen. Beides wichtige Punkte, wenn man eine eigene Wohnung in Düsseldorf bezahlt und ein Ehrenamt ausübt, während man gleichzeitig 40 Stunden arbeitet und noch für die Schule lernen muss. Zurzeit geht es daher um das Aufbauen von gesunden Routinen neben dem Job und dem Ehrenamt.“

Florian unterstützt ihn mit seiner Erfahrung. Er weiß, dass es meist nicht auf die eine große Erneuerung ankommt, sondern auf viele kleine Veränderungen über eine längere Zeit. Genau das gibt er Jan bei den Treffen mit: „Wir nehmen den Druck raus, sortieren gemeinsam und landen bei einem kleinen, machbaren nächsten Schritt. Dabei behalten wir auch die langfristigen Ziele im Blick. Diese ruhigen, ehrlichen Gespräche machen für mich das Mentoring zu etwas Besonderen.“

Durch ihre regalmäßigen Treffen hat Jan schon viel mitgenommen: „Durch Florians Tipps zum Zeitmanagement kann ich meine Alltagsaufgaben vielmehr strukturieren und ich habe gelernt, Prioritäten besser zu setzen. Das hat dazu geführt, dass ich mir selbst deutlich weniger Druck mache und langfristig wieder entspannter geworden bin, auch zu mir selbst. Man muss nicht immer alles sofort können oder schaffen, Hauptsache man hat ein Ziel vor Augen und versucht, jeden Tag mit kleinen Schritten dieses Ziel zu erreichen.“

Von dem Austausch profitieren beide, wie Mentor Florian klar macht: „Jan bringt seine Themen ein, ich meine Erfahrung, und wir lernen beide. Es ist für mich eine gute Möglichkeit, etwas zurückzugeben und gleichzeitig neue Impulse mitzunehmen. Durch Jan bekomme ich Einblicke in interessante Themen. Seine Ideen und Fragen bringen mich selbst zum Nachdenken.“

Jans Fazit zum Mentoring zeigt, wie hilfreich es sein kann, eine Person mit Blick von außen an seiner Seite zu haben: „Am Ende schätze ich am meisten den Fakt, dass jemand da ist, mit dem ich jederzeit reden kann. Die Möglichkeit, Situationen aus der Arbeit oder der Berufsschule anzusprechen, die einen gestört haben, und eine zweite Meinung einzuholen, ist für mich eine große Unterstützung.“

Willst du dich auch als Mentorin oder Mentor engagieren? Melde dich unter tida@sdw.org!

Ein Coverbild von Stipendiat Jan und Mentor Florian.
Fotos: Düsseldorf Tourismus GmbH/Oliver Druse, Sebastian Woithe/sdw, privat

„Die Transformationsakademie hat mich dazu inspiriert, meine Umwelt aktiver zu gestalten und zu verändern.“

„Um Veränderung zu bewirken, ist es essentiell, sich einer Gruppe mit gleichen Zielen anzuschließen. Es ist nie leicht voranzuschreiten – alleine erst recht nicht. Mit der Unterstützung Gleichgesinnter fällt es leichter durchzuhalten.“ Mit dieser Erkenntnis und einer Dosis Gemeinschaftsspirit und Motivation geht unsere Stipendiatin Paula Rosa Roth aus der ersten Transformationsakademie der School of Transformation – einem Angebot für Stipendiatinnen und Stipendiaten unseres Studienförderwerks in Kooperation mit der E.ON Stiftung.

Paula studiert Psychologie im Master an der Universität Mannheim und der Weg in die Gemeinde Nieklitz in Mecklenburg-Vorpommern war weit für sie. Doch es hat sich gelohnt, die Alltagspflichten ruhen zu lassen und in die Transformationsakademie einzutauchen – nicht zuletzt wegen der Atmosphäre des Zukunftsortes „Wir bauen Zukunft“ in Nieklitz. „Es ist definitiv ein besonderer Ort, an dem man Entschleunigung hautnah erleben und seine frei gewordenen Ressourcen zum Sinnieren und Gestalten nutzen kann.“

Paulas Highlight der fünftägigen Akademie war die Dynamik der Gruppe. Selbst nach dem offiziellen Programm war die Gemeinschaft spürbar – egal ob am Lagerfeuer, beim Sport oder bei Salsa. „Außerdem haben wir an zwei Abenden freiwillige TED-Talks mit anschließenden Fragerunden organisiert. Dadurch haben wir Einblicke in unsere jeweiligen Fachbereiche gewonnen. Es war unglaublich bereichernd und die Atmosphäre sehr wertschätzend.“

Aber auch das offizielle Programm mit seinen sehr unterschiedlichen Workshop-Einheiten – von Wanderungen bis Input – hat Paula begeistert. „Besonders das Zukunftstheater empfand ich als inspirierend. In diesem Workshop haben wir in Gruppen Ideen rund ums Thema Transformation entwickelt – originell und unkonventionell sollten sie sein und waren sie auch. Anschließend haben wir uns die Ideen gegenseitig als Theaterstück vorgeführt. Durch die humorvolle Darstellung und die zeitliche Kontrastierung in den Stücken konnten wir uns auf spielerische Art und Weise unserer Transformationsidee annähern.“

Paulas Fazit zur ersten Transformationsakademie fällt deutlich aus: „Die Akademie war ein frischer Wind für mich und eine sdw-Veranstaltung, die definitiv aus der Reihe tanzt – zwischen Zelten, Naturkosmetik und Achtsamkeits-Naturerfahrungen gab es diverse Inputs von unglaublich kompetenten und leidenschaftlichen Referentinnen und Referenten. Und das kombiniert mit dem kollegialen und weltoffenen Spirit, den ich bei allen sdw-Veranstaltungen so schätze. Im Nachhinein ist das Einzige, was ich an der Akademie auszusetzen habe, dass sie nicht noch länger war. Daher ermutige ich alle Stipendiatinnen und Stipendiaten des Studienförderwerks, in Zukunft ein Teil davon zu werden!“

Paula hat neben vielen Ideen für Transformationsprozesse auch neue Kontakte mitgenommen. Zusammen mit Johannes Zloch – ebenso ein Stipendiat und Teilnehmer der Transformationsakademie – plant sie ein Projekt zur Verbindung der Generationen. Mit ihrer Idee haben sie sich für das Aufbruchstipendium der School of Transformation beworben und die Unterstützung erhalten.

Gemeinsam wollen sie eine Plattform schaffen, auf der ältere Menschen in Interviews ihre Lebensweisheiten, Erfahrungen und Perspektiven mit jungen Menschen teilen. Die Beiträge werden filmisch dokumentiert und auf Social Media veröffentlicht. Denn Paula und Johannes ist es wichtig, mehr Sichtbarkeit für ältere Lebensrealitäten zu schaffen und jungen Menschen durch persönliche Geschichten neue Perspektiven zu eröffnen.

Als Team ergänzen sie sich perfekt: Johannes bringt unternehmerische Erfahrungen aus einer eigenen Gründung mit, während Paula durch ihr Psychologiestudium ein tiefes Verständnis für zwischenmenschliche Dynamiken einbringt. Wir wünschen Paula und Johannes gutes Gelingen und sind gespannt, wohin ihr Weg sie führen wird!

Drei Teilnehmende tauschen sich aus.
Foto: Kirsten Haarmann/sdw
Ein Gruppenbild mit SoT Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Foto: Kirsten Haarmann/sdw

Leonie – Stipendiatin im ersten Jahrgang von Zukunft Lehramt

Vor einem Jahr starteten wir Zukunft Lehramt – ein Stipendienprogramm in Kooperation mit der Dieter Schwarz Stiftung – um Schülerinnen und Schüler für das Lehramt zu begeistern. Die mehrjährige Förderung trägt dazu bei, dass die Jugendlichen gut vorbereitet ins Studium starten und auch im ersten Studienjahr Unterstützung und praxisnahen Input erhalten.

Leonie gehört zum ersten Jahrgang in Baden-Württemberg und zieht nach ihrem ersten Jahr Bilanz: „Vor dem Beginn des Stipendiums konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie das alles so ablaufen soll. Jetzt kann ich sagen, die Angebote wie die Workshops und Akademien sind total cool und hilfreich. Ich lerne so viele neue Sachen, auch von den Mentorinnen und Mentoren. Als Lehramtsstudierende sind sie einfach schon an Punkten, wo ich erst hinkomme, und können mir meine Fragen beantworten. Meine bisherigen Highlights waren die erste Akademie, bei der wir uns als Gruppe kennenlernen konnten, und der KI-Workshop, weil dieser mir neue Einblicke ins Unterrichten gegeben hat.“

Leonie wird 2027 ihr Abitur machen und träumt davon Lehrerin zu werden. Ihre Lieblingsfächer sind Französisch, Englisch und Deutsch. Es ist ihr ein Herzensanliegen, als Lehrerin auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler einzugehen und Unterricht schülerorientiert zu gestalten. Bei Zukunft Lehramt bekommt sie hierfür Ideen und Möglichkeiten an die Hand. „Bei unserer zweiten Akademie ging es um die Lehrkraft der Zukunft, welche Qualitäten sie haben sollte und welchen Herausforderungen sie sich stellen muss. Besonders gut gefällt mir bei allen Angeboten, dass ich mich mit Gleichgesinnten austauschen kann, die dieselben Gedanken und Zweifel haben.

„Wir reden untereinander extrem viel übers Schulsystem, über die Vor- und Nachteile, wie es gerade läuft und vor allem auch was wir uns vornehmen, wenn wir irgendwann selbst vor einer Klasse stehen. Zusammen mit den Trainerinnen und Trainern sowie den ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren können wir dann neue Ansätze entwickeln und diskutieren.“

Leonie schätzt bei dem Stipendium die vielfältigen Inhalte und unterschiedlichen Schwerpunkte. „Es geht nicht nur um das Thema Lehramt, sondern zum Beispiel auch um Fragen rund um die Studienfinanzierung. Zusätzlich werden Campustouren von den Mentorinnen und Mentoren angeboten, bei denen wir uns den Unialltag anschauen und in Vorlesungen reinschnuppern können. Bei mir haben die vielen nützlichen Infos vor allem den Stress rund um das Thema Studienbewerbung rausgenommen. Mit Zukunft Lehramt kann ich meinen Traum, Lehrerin zu werden, zielsicher angehen.“

Ein Bild von Leonie.
Foto: sdw
Zukunft Lehramt Teilnehmerinnen lächeln in die Kamera.
Foto: sdw

Johannes Zloch ist Stipendiat im Studienförderwerk Klaus Murmann Gründer von upcycle bags

Johannes Zloch ist Stipendiat im Studienförderwerk Klaus Murmann und studiert im Master Innovationsmanagement an der Hochschule Esslingen. Bereits während seines Bachelorstudiums entschied er sich, das Start-up upcycle bags zu gründen. Johannes ist es wichtig, ein Geschäftsmodell zu leben, hinter dem er zu 100 % steht und das er mit Stolz präsentieren kann. Ob Werbebanner, Markisenstoffe, Planen oder Fahrradschläuche – sein Unternehmen verwendet ausgediente Materialien und erschafft daraus modische Taschen für den täglichen Gerbrauch, kurz Upcycling. Die Taschen sind handgefertigte Unikate und Teil der Kreislaufwirtschaft. „Mit upcycle bags möchte ich Konsumentinnen und Konsumenten eine Alternative in einer sehr umweltschädlichen Branche wie der Modeindustrie bieten. Gleichzeitig will ich zeigen, dass Müll nicht gleich Müll ist – sondern eine Chance, etwas Neues, Sinnvolles und Besseres zu erschaffen.“

Johannes beweist außerdem, dass sich Gründung und Studium nicht gegenseitig hemmen. Sein Studium liefert ihm theoretische Grundlagen, die er direkt in der Praxis anwenden kann. „Es ist eine ideale Kombination aus Lernen und Ausprobieren“, betont der junge Gründer, „meine Motivation dranzubleiben und weiterzumachen – trotz Doppelbelastung – schöpfe ich aus meinen Zielen: Ich möchte eine ethisch vertretbare Alternative bieten und gleichzeitig ein Umdenken fördern, wie wir mit Ressourcen umgehen.“ Hilfreich ist für ihn auch sein Stipendium im Studienförderwerk, durch welches er Zugang zu Wissen durch verschiedene Veranstaltungsformate erlangt hat, in denen er sein Business hinterfragen, verbessern und weiterentwickeln konnte. „Das größte an der sdw ist jedoch das Netzwerk. Ich konnte selbst Talks halten, an spannenden Diskussionen teilnehmen und mit anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten an Herausforderungen arbeiten. Dabei habe ich nicht nur neue Impulse für mein Business bekommen, sondern auch Freundschaften geschlossen.“ Auch persönlich hat Johannes viel aus dem Stipendium mitgenommen: „Ich habe gelernt, meine Zeit besser zu strukturieren, Verantwortung zu übernehmen und über mich hinauszuwachsen.“ Sein momentanes Ziel für upcycle bags ist es, Unternehmen für sein Unterfangen zu begeistern, damit sie ihm alte Materialien zur Verfügung zu stellen, um daraus Taschen für Mitarbeitende herzustellen.

Seit Mai ist Johannes Teil des neuen Jahrgangs der Start-up-Werkstatt des Studienförderwerks. „Ich habe mich beworben, um mein Wissen, meine Motivation und meine Erfahrungen zu teilen – aber auch, um neue Perspektiven zu gewinnen und mein Geschäftsmodell weiterzuentwickeln.“ Bei der ersten Veranstaltung – dem fünftägigen Bootcamp in einem Workation Retreat – traf er auf seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter und war begeistert von der Energie und Atmosphäre. „Es war unglaublich inspirierend, gemeinsam mit anderen motivierten Stipendiatinnen und Stipendiaten abseits des Alltags an unseren Ideen zu arbeiten. Es entstand eine echte Gemeinschaft, in der wir uns gegenseitig unterstützt, unsere Gedanken geteilt und gemeinsam an Lösungen gefeilt haben. Ergänzt wurde das Ganze durch spannende Talks, praktische Übungen und eine positive, unterstützende Atmosphäre.“ Auch wenn er im Gegensatz zu den Meisten in seiner Gruppe bereits mitten im Unternehmertum steckt, ist für ihn das Format eine Bereicherung: „Die Start-up-Werkstatt bietet den perfekten Rahmen, um Altes zu hinterfragen und neue Ideen zu schärfen.“ Denn im Bootcamp hat er eine neue Idee mit seinem nächsten Projekt Lomega verfolgt: Die Entwicklung eins Bestecks mit einfacher Handhabung für ältere Menschen und Parkinsonerkrankte, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Ein Foto von Johannes Zloch.
Foto: upcycle bags
Ein Gruppenbild von den Teilnehmenden.
Foto: Tobias Rücker/sdw
Johannes Zloch und eine Teilnehmerin lächeln in die Kamera.
Foto: Tobias Rücker/sdw