Emilia Güttler ist 17 Jahre alt, Gründerin des Tech-Start-ups Zeitcore und ehemalige Teilnehmerin unserer Entrepreneurship Talent Academy (ETA). Im Interview erzählt sie, wie die ETA ihren unternehmerischen Weg geprägt hat, warum „Fail Forward“ zu ihrem persönlichen Leitsatz wurde, und weshalb sie gründungsbegeisterten Schülerinnen und Schülern eine Bewerbung empfiehlt.

Liebe Emilia, was steckt hinter Zeitcore und welche Rolle hast du dabei?
Wir entwickeln mit Zeitcore eine moderne digitale Personalzeiterfassung, aktuell vor allem für Arzt- und Zahnarztpraxen. Seit unserer Gründung im Juli ist unglaublich viel passiert: Wir haben unser erstes Produkt entwickelt, erste Praxen ausgestattet und mittlerweile auch unsere ersten zahlenden Kundinnen und Kunden gewonnen. Ich kümmere mich vor allem um den Aufbau des Unternehmens, den Vertrieb, unsere Kundinnen und Kunden sowie die operativen Prozesse – parallel zur Schule.
Wie bist du zum Thema Entrepreneurship gekommen?
Entrepreneurship war irgendwie schon früh in mir. In der zweiten Klasse haben wir zum Beispiel Origami gelernt. Während meine Freunde Tiere gefaltet haben, habe ich angefangen, Papier-Portemonnaies zu machen. Ich habe meine Freunde dann dazu gebracht, sie mit mir auf der Straße zu verkaufen. Am Ende hat der Vater einer Freundin unseren kompletten „Bestand“ für 20 Euro gekauft. Das war wahrscheinlich mein erstes kleines Business.
Bei der ETA habe ich mich zum ersten Mal fundiert mit Entrepreneurship beschäftigt. Was mich daran bis heute begeistert, ist, aus einer Idee etwas Reales entstehen zu lassen, Dinge auszuprobieren, zu wachsen und mit Unsicherheiten umzugehen. Gerade bei Zeitcore merke ich, wie sehr mich dieser Prozess motiviert.
Was hast du aus deiner Zeit bei der ETA mitgenommen – und was davon begleitet dich bis heute?
Meine ETA-Teilnahme 2024 war eigentlich der Ausgangspunkt für fast alles. Dort habe ich unternehmerische Grundlagen gelernt und Menschen kennengelernt, die ähnlich denken wie ich.
Ein Highlight war definitiv die überregionale Abschlussveranstaltung futureCon in Stuttgart. Dort konnte ich noch einmal viele unterschiedliche Menschen treffen, mich austauschen, neue Perspektiven kennenlernen und unglaublich viel netzwerken. Besonders im Kopf geblieben ist mir das Pitch Battle, bei dem wir unsere eigenen Ideen vor einem größeren Publikum präsentieren und uns im direkten Wettbewerb mit den anderen Teilnehmenden messen konnten.
Noch wichtiger als einzelne Veranstaltungen war für mich aber die Einstellung, die ich aus der ETA mitgenommen habe. Mich begleitet seitdem das Motto „Fail Forward“. Also keine Angst davor zu haben, dass etwas nicht funktioniert, solange man daraus lernt und den nächsten Schritt macht.
Natürlich habe ich auch fachlich viel gelernt – zum Beispiel, wie man ein Geschäftsmodell entwickelt, eine Idee pitcht oder mit einem Business Model Canvas arbeitet. Viele dieser Dinge wende ich heute ganz selbstverständlich beim Aufbau von Zeitcore an.
Am wertvollsten ist für mich aber das Netzwerk. Ich bin mit vielen Menschen aus meiner ETA-Zeit in Kontakt geblieben. Wir tauschen uns aus, helfen einander und ich habe auch einige schon in anderen Projekten wieder getroffen.
Über einen Alumnus, der mit mir in der dritten ETA-Staffel war, bin ich beispielsweise auf ein Event der Future Founders Initiative aufmerksam geworden. Dort habe ich mich engagiert und schließlich selbst Verantwortung im Eventmanagement und Sponsoring übernommen. Heute bin ich außerdem bei Founders@School aktiv, wo wir Schülerinnen und Schüler in Workshops für Entrepreneurship begeistern.
Ohne die ETA wäre mein Weg wahrscheinlich komplett anders verlaufen.
Warum würdest du anderen Schülerinnen und Schülern empfehlen, sich für die ETA zu bewerben?
Wenn ich heute zurückblicke, ist aus diesem ersten Schritt unglaublich viel entstanden. Über die ETA bin ich zur Future Founders Initiative gekommen, habe viele junge Gründerinnen und Gründer kennengelernt – und darüber schließlich auch meinen heutigen Co-Founder.
Wenn du Lust darauf hast, etwas Eigenes aufzubauen, in die Start-up-Welt einzutauchen oder vielleicht noch gar nicht genau weißt, wohin mit all deinen Ideen, dann bewirb dich bei der ETA.
Du bekommst dort nicht nur Wissen vermittelt. Du triffst vor allem auf Menschen, die genauso verrückt und mutig sind wie du, eigene Ideen umzusetzen, Dinge auszuprobieren und einfach ins Machen zu kommen. Für mich war es damals extrem wichtig zu merken: Ich bin mit dieser Begeisterung für Unternehmertum nicht allein.
Die Bewerbungsphase für die sechste ETA-Staffel läuft!
Noch bis zum 27. September 2026 können sich Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Sachsen, Rhein-Main, Stuttgart und Heilbronn für die ETA HIER bewerben.
Die Entrepreneurship Talent Academy ist ein Spin-off des Schülerprogramms Studienkompass und wird von uns in Kooperation mit der Karl Schlecht Stiftung durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenfrei.












